Politik

Reformweg ist noch lang Jazenjuk sieht Lichtstreif am Horizont

29c360bcd21f0020bd05d323abfed24b.jpg

Merkel und Jazenjuk zeigen sich in Berlin bei guter Laune.

(Foto: REUTERS)

Angesichts der Flüchtlingskrise gerät der Ukraine-Konflikt ein wenig in Vergessenheit. Doch das Land ringt immer noch um Stabilität und Wirtschaftswachstum. Inzwischen gebe es Fortschritte, meint Ministerpräsident Jazenjuk.

Der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk sieht Hinweise für eine Besserung der wirtschaftlichen Lage seines Landes. "Es gibt erste Anzeichen einer Stabilisierung der Situation", sagte er auf einer deutsch-ukrainischen Wirtschaftskonferenz in Berlin. Zugleich bat er um deutsche Unterstützung für den Reformweg seines Landes. "Um diese Reformen umzusetzen, brauchen wir ihre Unterstützung."

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte Jazenjuk deutsche Hilfe zu. "Die Ukraine weiß, dass sie sich auf Deutschland verlassen kann", sagte sie. Das Land stehe aber noch vor einem schwierigen Weg, vor allem in der Korruptionsbekämpfung. Merkel und Jazenjuk trafen sich zu einem gemeinsamen Mittagessen.

Das EU-Freihandelsabkommen mit dem Land richte sich nicht gegen Russland, sagte Merkel. Deutschland wolle gute Wirtschaftsbeziehungen zu Russland wie zur Ukraine. "Wir wollen in der Langzeitperspektive ein Zusammenwachsen unserer beiden Wirtschaftsräume", sagte sie. Dem würden dann die Ukraine wie auch Russland angehören.  

"Schickt eure Jungs!"

In einem Interview hatte Jazenjuk schon vor der Konferenz an  die Europäer appelliert, mehr Fachleute zum Aufbau eines neuen Erziehungswesens, des Gesundheitssystems und der öffentlichen Verwaltung in die Ukraine zu entsenden. Die USA hätten bereits Polizeiausbilder geschickt. "Genauso bitte ich die Europäer: Schickt eure Jungs! Und zwar, um hier Vollzeitjobs zu übernehmen", sagte Jazenjuk dem "Focus".

Zwar gebe es Experten in der Ukraine, das Land brauche aber mehr Leute mit Praxiserfahrung. Die Unterstützer aus dem Ausland könnten zugleich als Regierungsberater tätig sein und somit eine Art "Back-up-Regierung" bilden. Auf der Konferenz in Berlin sollen insbesondere Möglichkeiten für Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit erörtert werden.

Quelle: ntv.de, sba/rts/dpa