Politik

Corona-Effekt in BaWü Jeder Dritte hat bereits per Brief gewählt

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Winfried Kretschmann bewirbt sich um eine dritte Amtszeit.

(Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Am Sonntag wird in Baden-Württemberg gewählt - und es deutet sich ein äußerst hoher Anteil von Briefwählern an. Am Ende könnte fast jede zweite Stimme per Post abgegeben werden. Eine Forsa-Umfrage zeigt auch, wie deutlich Amtsinhaber Kretschmann die Konkurrenten überflügelt.

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat einer Umfrage zufolge bereits gut jeder dritte Wahlberechtigte per Brief seine Stimme abgegeben. Demnach haben bereits 34 Prozent von ihrem Recht auf Briefwahl Gebrauch gemacht, wie aus einer Forsa-Umfrage hervorgeht. Bei der Landtagswahl 2016 betrug der Anteil der Briefwähler am Ende 21 Prozent. Den jetzigen Anstieg führen die Demoskopen auf die Corona-Pandemie zurück.

Wie es weiter hieß, wollen weitere 14 Prozent der Wähler die Briefwahl nutzen. Ins Wahllokal selbst planen am kommenden Sonntag indes 35 Prozent der Wahlberechtigten zu gehen. Unter den Briefwählern sind den Angaben zufolge besonders viele über 60-Jährige. Überdurchschnittlich hoch sei zudem der Anteil der Briefwähler bei den Anhängern von SPD, CDU und Grünen.

Insgesamt stößt die Wahl in dem Bundesland auf großes Interesse. So gaben 70 Prozent an, sich für die Landtagswahl sehr zu interessieren. Unter ihnen waren vor allem viele unter 24-jährige sowie über 60-jährige Wahlberechtigte. Legt man die Parteienpräferenz zugrunde, herrscht das "geringste" Interesse an der Wahl bei den SPD-Anhängern. Von ihnen gaben nur 67 Prozent an, großes Interesse zu haben.

Hohe Zustimmungs- und Sympathiewerte verbucht Amtsinhaber und Grünen-Spitzenkandidat Winfried Kretschmann: 74 Prozent aller Wahlberechtigten halten ihn für sympathisch und vertrauenswürdig, 70 Prozent für bürgernah und 58 Prozent für tatkräftig und entscheidungsfreudig. "Die Wahlberechtigten, die bei der Landtagswahl den Grünen ihre Stimme geben wollen, beurteilen Kretschmann geradezu euphorisch", fasst Forsa die Werte aus dieser Gruppe zusammen. Ganz anders sieht es dagegen bei CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann aus: Nicht einmal die Hälfte der eigenen CDU-Anhänger hält sie für vertrauenswürdig, nicht einmal ein Drittel von ihnen hält sie für sympathisch oder attestiert ihr Bürgernähe.

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Ähnlich ist der Stand der beiden bei der Frage nach dem bisherigen Agieren in der Corona-Politik. Während 48 Prozent der Wahlberechtigten mit der Politik Kretschmanns zufrieden und 27 weniger oder gar nicht zufrieden sind, trifft Eisenmanns Auftreten nur bei 12 Prozent auf Zustimmung. Knapp zwei Drittel (65 Prozent) sind mit dem Krisenmanagement der Landesbildungsministerin weniger oder gar nicht zufrieden. Selbst bei den CDU-Anhängern überwiegt der Anteil derer, die mit Kretschmann zufrieden sind, während Eisenmann auch in den eigenen Reihen auf mehr Unzufriedene trifft.

Für die Erhebung waren laut Forsa in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim zwischen 22. Februar und 7. März 3874 Wahlberechtigte befragt worden.

Quelle: ntv.de, jwu

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