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Nach wochenlanger Blockade Jemen bekommt erste Hilfslieferungen

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In den Krankenhäusern werden etliche unterernährte Kinder behandelt.

(Foto: REUTERS)

Seit 2015 tobt im Jemen ein Bürgerkrieg - Millionen von Menschen hungern, viele Kinder sind außerdem krank und brauchen Medikamente. Nachdem eine von Saudi-Arabien geführte Allianz das Land abgeriegelt hatte, bekommen Helfer nun wieder Zugang.

Nach rund dreiwöchiger Blockade erreichen wieder Hilfslieferungen das von einer Hungersnot bedrohte Bürgerkriegsland Jemen. In den wichtigsten Hafen des Landes lief nach Auskunft der Behörden ein Schiff ein, das 5500 Tonnen Mehl geladen hatte. In Hodeida kommen normalerweise etwa 80 Prozent der Nahrungsmittellieferungen an.

Bereits am Samstag waren erste Helfer der Vereinten Nationen mit mehreren Flugzeugen in die Hauptstadt Sanaa zurückgekehrt, wie die UN und Flughafenvertreter bestätigten. Eine Maschine hatte nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef über 15 Tonnen Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus und andere Krankheiten an Bord. Damit könnten rund 600.000 Kinder geimpft werden. Ein weiteres Flugzeug brachte acht Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (ICRC) ins Land.

Eine von Saudi-Arabien geführte Allianz sunnitischer Staaten hatte Anfang November alle Zugänge zum Jemen auf dem See-, Luft- und Landweg abgeriegelt. Dies wurde damit begründet, dass iranische Waffenlieferungen an die schiitischen Huthi-Rebellen in dem Bürgerkriegsland unterbunden werden sollten.

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Während der Blockade: Menschen in Sanaa fordern die Öffnung der Flug- und Seehäfen.

(Foto: dpa)

Saudi-Arabien hatte nach eigener Darstellung eine Rakete abgefangen, die Huthis in Richtung der Hauptstadt Riad abfeuerten. Die Blockade löste international Proteste aus. Daraufhin gab es grünes Licht für die Rückkehr von UN-Helfern in die von den Huthi-Rebellen kontrollierten Gebiete. Nach Informationen aus US-Kreisen hatte Außenminister Rex Tillerson bei Saudi-Arabien auf eine Lockerung der Blockade gedrängt.

UN: Sieben Millionen Menschen hungern

Der Iran, der sich als Schutzmacht der Schiiten begreift, bestreitet eine militärische Unterstützung der Huthis. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte am Wochenende, die Regierung in Teheran begrüße jede Initiative, die das Leid der Menschen im Jemen lindere.

Dort hungern den UN zufolge sieben Millionen Menschen. Allein eine Million Kinder sind durch Diphtherie gefährdet. Durch den seit 2015 dauernden Krieg ist das Gesundheitswesen weitgehend zusammengebrochen.

Die Huthi-Rebellen kämpfen gegen die Truppen von Jemens Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi. Unterstützt wird dieser von der internationalen Koalition, welche die Aufständischen zu vertreiben versucht. Mehr als 10.000 Menschen sind in dem Bürgerkrieg ums Leben gekommen. Über zwei Millionen wurden vertrieben.

Quelle: n-tv.de, hul/rts

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