Politik

"Mit euch, bis ihr siegt" Johnson zu Überraschungsbesuch in Kiew

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Ist der erste und bislang auch der letzte G7-Regierungschef, der nach Kiew kommt: der britische Premier Johnson mit dem ukrainschen Präsidenten Selenskyj.

(Foto: via REUTERS)

Nur einen Tag nach dem Besuch der drei EU-Schwergewichte Deutschland, Frankreich und Italien reist der britische Premier ebenfalls in die ukrainische Hauptstadt. Johnson bringt Selenskyj ein dickes militärisches Ausbildungspaket mit und beschwört demonstrativ den Siegeswillen in Kiew.

Der britische Premierminister Boris Johnson ist überraschend zu Gesprächen in Kiew eingetroffen. Nach Angaben der britischen Regierung reiste er mit dem Angebot eines "großen Ausbildungsprogramms für die ukrainischen Streitkräfte" im Gepäck zu dem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Britische Kräfte könnten demnach "alle 120 Tage bis zu 10.000 ukrainische Soldaten ausbilden".

Das Ausbildungsprogramm könne die Wende im Krieg gegen Russland bringen, sagte Johnson nach Angaben seiner Regierung. "Das Vereinigte Königreich ist mit euch und wird mit euch sein, bis ihr siegt." Britische Militärausbilder hatten ukrainische Soldaten bereits vor Beginn des russischen Angriffskrieges in der Verwendung moderner Waffen unterrichtet. Seit Kriegsbeginn am 24. Februar gehört Großbritannien zu den finanzstärksten Unterstützern Kiews. Weitere Waffenlieferungen sollen folgen.

"Die vielen Tage des Krieges haben gezeigt, dass die Unterstützung Großbritanniens für die Ukraine fest und entschlossen ist", erklärte Selenskyj. "Wir haben eine gemeinsame Vision davon, wie die Ukraine zum Sieg gelangen kann."

Sorge vor einem "schlechten Friedensabkommen"

Johnson war bereits im April als erster führender Vertreter eines G7-Staats in die Ukraine gereist. Am Donnerstag hatten die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Italien und Rumänien sich bei einem Besuch in Kiew dafür ausgesprochen, der Ukraine den Status als EU-Beitrittskandidat zu verleihen.

Britische Medien sehen die Reise Johnsons als Ausdruck seiner Besorgnis, dass europäische Verbündete die Ukraine drängen könnten, ein "schlechtes Friedensabkommen" mit Russland zu akzeptieren. "Zwei Monate nach meinem letzten Besuch sind der Mut, die Entschlossenheit und die Widerstandsfähigkeit der Ukraine stärker als je zuvor, und ich weiß, dass die unbeugsame Entschlossenheit die eitlen Ambitionen von Präsident Wladimir Putin lange überdauern wird", sagte er laut der britischen "Times" in Kiew.

Allerdings steht Johnson auch zu Hause massiv unter Druck. Nach einem gescheiterten Misstrauensvotum gegen den Premier steuert die Regierung in London wegen des Nordirland-Protokolls im Brexit-Vertrag gerade auf einen massiven Konflikt mit der EU zu.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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