Politik

Angst um Altersvorsorge Juso-Chefin findet Aktien-Rente heikel

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Die Ampel-Koalition will mit Aktien-Anteilen dafür sorgen, dass das Rentenniveau konstant bleibt.

(Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Joko)

Die mögliche Ampel-Koalition will nicht an der Rente rütteln: gleiches Niveau, gleiches Eintrittsalter. Für die Finanzierung kommen neben Beitragserhöhungen nur noch Investitionen in den Aktienmarkt in Betracht. Die Juso-Bundesvorsitzende Rosenthal ist jedoch skeptisch.

Die Juso-Bundesvorsitzende Jessica Rosenthal hat die Diskussion um eine Rente über den Aktienmarkt kritisiert. "Ich finde, zum Teil ist das eine sehr falsch gelenkte Debatte, die ein bisschen so tut, als würde sich das Rentenproblem am Aktienmarkt lösen", sagte Rosenthal in der ARD. Es helfe nicht, alleine auf den Aktienmarkt zu schauen. Die gesetzliche Rente müsse gestärkt werden. Rosenthal forderte, über das Lohnniveau zu sprechen. In Deutschland gebe es etwa im Vergleich zu Schweden nicht die gleiche Frauenerwerbsquote, sagte die Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation.

Auf keinen Fall dürften Teile der gesetzlichen Rentenversicherung herausgelöst und an den Aktienmarkt gebracht werden. "Ich glaube, so funktioniert das nicht", sagte Rosenthal. Die gesetzliche Rente sei nicht tot, betonte die Juso-Vorsitzende. Sie zu stärken, sei die "einzige Möglichkeit, Gerechtigkeit zum Zug kommen zu lassen". Die Aktienrente könne nicht die einzige Lösung, sondern eine Ergänzung sein.

Kritik an den Rentenplänen der möglichen Ampelregierung kam unterdessen von mehreren Ökonomen. "Der Plan aus den Ampel-Verhandlungen, das Rentenniveau zu halten und nur die Beitragssätze oder Steuerzuschüsse zu erhöhen, würde darauf hinauslaufen, dass die Alten auf Kosten der Jungen leben", sagte Joachim Ragnitz vom Ifo-Institut der "Bild"-Zeitung. Der Renten-Experte Bert Rürup sagte der Zeitung, bei den Plänen handele es sich um ein "Schönwetterprogramm". Angesichts der demografischen Entwicklung und der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Verwerfungen könnten sie bald Makulatur sein.

Das Sondierungspapier von SPD, Grüne und FDP sieht vor, das Rentenniveau beim Stand von 48 Prozent zu sichern. Rentenkürzungen sind damit vom Tisch, auch eine Anhebung des Renteneintrittsalters wird ausgeschlossen. Erstmals soll es einen Einstieg in eine teilweise Kapitaldeckung für die gesetzliche Rentenversicherung geben. "Dazu werden wir in einem ersten Schritt der Deutschen Rentenversicherung im Jahr 2022 aus Haushaltsmitteln einen Kapitalstock von zehn Milliarden Euro zuführen", heißt es in dem Sondierungspapier. "Wir werden der Deutschen Rentenversicherung auch ermöglichen, ihre Reserven am Kapitalmarkt reguliert anzulegen."

Quelle: ntv.de, lve/AFP

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