Politik

Schon bei der Einreise Kabinett beschließt Deutschpflicht für Imame

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Zu Deutschkenntnissen verpflichtete Imame sollen zu besserer Integration beitragen.

(Foto: picture alliance / Daniel Naupol)

Für ein "besseres Gelingen von Integration" bringt die Regierung einen neuen Plan auf den Weg. Sie will Geistliche verpflichten, Deutschkenntnisse nachzuweisen. Die Verordnung soll zwar auch etwa für katholische Priester gelten, der Koalitionsvertrag nennt jedoch explizit muslimische Imame.

Ausländische Geistliche wie Imame müssen nach Plänen der Bundesregierung schon bei ihrer Einreise Deutsch sprechen. Das solle die Integration der Geistlichen und ihrer Gemeindemitglieder erleichtern, hieß es vom CSU-geführten Innenministerium. Das Kabinett brachte die Verordnung in Berlin auf den Weg. Der Bundestag muss darüber noch abstimmen.

"Hinreichende Deutschkenntnisse" würden dann zur Voraussetzung für einen Aufenthaltstitel ausländischer Geistlicher, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Obwohl die Verordnung für Geistliche aller Religionen gelten werde, etwa auch katholische Priester, nenne der Koalitionsvertrag ausdrücklich muslimische Imame. "Wir erwarten, dass Imame aus dem Ausland Deutsch sprechen", heißt es dem Sprecher zufolge im Vertrag. Für eine nicht näher beschriebene Übergangszeit genüge der Nachweis einfacher Deutschkenntnisse.

Innenminister Horst Seehofer erklärte, der Vorstoß seines Ministeriums leiste einen wichtigen Beitrag zum Gelingen von Integration. "Kenntnisse der deutschen Sprache sind für eine erfolgreiche Integration unerlässlich. Dies gilt umso mehr, wenn Geistliche für viele andere Zuwanderer Bezugs- und Orientierungspunkt sind." Den Predigern komme eine "Vorbild- und Beraterfunktion zu, die für ein friedliches Zusammenleben sowie für eine erfolgreiche Integration neu Zugewanderter in Deutschland wichtig" sei. Eine solche integrative Vorbildfunktion gelinge am ehesten, "wenn religiöse Bedienstete selbst gut integriert sind".

Quelle: n-tv.de, mra/dpa/AFP

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