Politik

Neue Angriffe und TodesopferKämpfe im Libanon bleiben Schwachstelle im US-Iran-Abkommen

19.06.2026, 12:22 Uhr
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19-06-2026-Israel-Nach-einem-israelischen-Militaerschlag-im-Suedlibanon-steigt-hinter-der-Burg-Beaufort-Rauch-in-den-Himmel-auf-aufgenommen-aus-Nordisrael
Nach einem israelischen Militärschlag im Südlibanon steigt hinter der Burg Beaufort Rauch in den Himmel auf. (Foto: Leo Correa/AP/dpa)

Die USA und der Iran verständigen sich auf eine sofortige Waffenruhe im Nahen Osten - doch die Gewalt im Libanon nimmt kein Ende. Das dürfte auch den weiteren Verlauf der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran beeinflussen.

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Israels Armee und der proiranischen Miliz Hisbollah im Libanon gehen weiter. Nach dem Tod von vier israelischen Soldaten durch Hisbollah-Beschuss im Süden des Libanon attackierte die israelische Armee erneut Ziele der Terrororganisation. Es seien "Infrastruktur-Standorte der Hisbollah im Bekaa-Tal" im Osten des Landes angegriffen worden, erklärte die israelische Armee. Dies sei eine Reaktion "auf wiederholte Verstöße gegen die Waffenruhe durch die Hisbollah, die weiterhin Terroranschläge gegen israelische Soldaten vorbereitet und verübt".

Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei dem Angriff im Bekaa-Tal vier Menschen getötet, darunter zwei Frauen und ein älterer Mann. Laut libanesischen Staatsmedien wurde das Haus des Bürgermeisters in der Stadt Sellaja angegriffen, wobei er und drei Mitglieder seiner Familie getötet worden seien.

Die israelische Armee hatte zuvor gemeldet, dass vier ihrer Soldaten bei Hisbollah-Angriffen im Süden des Libanon getötet worden seien. Die Miliz hatte mitgeteilt, israelische Streitkräfte in der Nähe der Ali-Taher-Hügel nahe der Stadt Nabatije mit "Raketen und Mörsergranaten" beschossen zu haben.

Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir forderte nach dem Tod der Soldaten: "Der gesamte Libanon muss brennen." Weiter sagte er: "Mit allem Respekt für die Amerikaner, Israel muss der ganzen Welt deutlich machen, dass das Blut unserer Söhne und die Sicherheit unserer Staatsbürger nicht verhandelbar sind."

Zahl der Toten im Libanon steigt

Die israelische Armee hatte zunächst am Freitagmorgen Angriffe auf Hisbollah-Ziele im Süden des Libanon gemeldet. Die Armee habe in der vergangenen Nacht "Hisbollah-Terroristen und -Infrastruktur in mehreren Gebieten im Südlibanon attackiert und wird dies weiterhin tun".

Bei den Angriffen im Süden des Landes wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 18 Menschen getötet und 33 weitere Menschen verletzt. Die Zahl der Toten auf beiden Seiten ist die höchste an einem Tag seit Unterzeichnung der US-iranischen Rahmenvereinbarung über ein Ende des Iran-Krieges.

Der Vertrag sieht unter anderem eine sofortige Waffenruhe in der gesamten Region vor, darunter auch im Libanon. Eine explizite Klausel über einen Abzug der israelischen Truppen enthält das Rahmenabkommen nicht.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Donnerstag die von der Armee errichtete "Sicherheitszone" im Südlibanon als Barriere zwischen der Hisbollah-Miliz und den Bürgern und Gemeinden in Nordisrael bezeichnet. Israel werde sich nicht zurückziehen, solange es seine Sicherheitsbedürfnisse erforderten. Die libanesische Regierung stuft das von Israel kontrollierte Areal hingegen als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein.

Frankreich ermahnt Israel

Inzwischen meldete sich unter anderem Frankreich zu Wort und ermahnte Israel, den im Iran-USA-Abkommen vorgesehenen Waffenstillstand im Libanon einzuhalten. "Das Abkommen sieht die Einstellung der Kampfhandlungen vor, die israelische Regierung muss es respektieren, und die USA müssen ihrerseits Druck auf die israelische Regierung ausüben, damit dies geschieht", sagte Außenminister Jean-Noël Barrot dem Sender FranceInfo.

Ursprünglich war für diesen Freitag ein Auftakt vertiefter Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA in der Schweiz geplant. Doch am Morgen teilte das Außenministerium in Bern mit, das Treffen sei abgesagt. Zuvor hatte das Weiße Haus mitgeteilt, US-Vizepräsident JD Vance werde nicht wie vorgesehen zu den Verhandlungen in die Schweiz reisen. Das Nachrichtenportal Axios berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten, Beschwerden aus Teheran über Israels andauernde Angriffe im Libanon könnten ein Grund für die Absage gewesen sein.

Quelle: ntv.de, nbr/dpa/AFP/rts

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