"Karten stimmen nicht überein"Selenskyj sieht russischen Vormarsch im Stocken

Putins Streitkräfte planen, die Frontlinie weiter zu verschieben. Trotz Gebietsverlusten zeigt sich der ukrainische Präsident zuversichtlich: Für die erwartete Großoffensive sollen die russischen Kräfte nicht ausreichen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zweifelt an der Stoßkraft der zu erwartenden Frühjahrsoffensive der russischen Armee. Klar sei, dass Russland weiterhin den Osten der Ukraine sowie im Süden die Städte Saporischschja und Dnipro besetzen wolle, sagte Selenskyj in Kiew. "Es ist schwierig für sie, aber sie haben die Region Odessa im Blick."
Doch nach ukrainischer Einschätzung reichten die russischen Kräfte nicht aus. "Ihre Karten stimmen nicht mit der Realität überein - wo sich unsere Streitkräfte befinden und wo ihre Streitkräfte", sagte Selenskyj, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldete. "Sie können den März-Angriff nicht so beginnen, wie sie es wollten."
Die russische Armee ist seit Herbst 2023 ununterbrochen vorgerückt, wenn auch langsam und unter schweren Verlusten. Zuletzt mit Beginn des fünften Kriegsjahres gelang es den ukrainischen Verteidigern aber, die Lage zu stabilisieren. Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj teilte sogar mit, im Februar habe seine Armee mehr Territorium zurückerobert, als sie aufgegeben habe.
Niedrigster Verlust seit 2024
Im Gegensatz dazu errechnete der ukrainische Militärblog DeepState immer noch einen Verlust von 126 Quadratkilometern. Es sei aber nur halb so viel wie im Januar und der niedrigste Verlust seit Juli 2024.
Russland führt seit Februar 2022 einen großangelegten Angriffskrieg gegen das Nachbarland. Auch wenn Moskau viele Soldaten verloren hat und der Krieg die Wirtschaft schwächt, rückt der Kreml nicht vom Ziel einer Unterwerfung der Ukraine ab. Diese wiederum verteidigt sich mit Hilfe der europäischen Länder.