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Schusswechsel an Kontrolllinie Kaschmir-Konflikt fordert Todesopfer

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Indien hat seine Militärpräsenz in der Region erhöht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seitdem die indische Regierung der von ihr kontrollierten Kaschmir-Region den Sonderstatus entzogen hat, spitzt sich die Situation zwischen den Erzfeinden Indien und Pakistan zu. Die unmittelbare Folge: Mehrere Soldaten und Zivilisten kommen in der Grenzregion ums Leben.

In der Konfliktregion Kaschmir sind nach pakistanischen Angaben mehrere Soldaten und Zivilisten getötet worden. Die Armee teilte mit, es seien drei pakistanische Soldaten durch Gewehrschüsse und Artilleriebeschuss von Indien aus über die sogenannte Kontrolllinie hinweg ums Leben gekommen. Als pakistanische Soldaten das Feuer erwidert hätten, seien mindestens fünf indische Soldaten getötet worden. Die indische Armee wies die Meldungen über getötete indische Soldaten zurück, wie die indische Presseagentur ANI berichtete.

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Die Kontrolllinie ist die De-facto-Grenze zwischen den beiden Ländern in der umstrittenen Region Kaschmir. Gleichzeitig warf die indische Armee Pakistan laut ANI vor, während der vergangenen Tage immer wieder versucht zu haben, Eindringlinge nach Indien zu schicken. Die indische Armee sei darauf vorbereitet. Generell sei die Lage aber unter Kontrolle.

Einem Vertreter der Polizei in Kaschmir zufolge sind bei einem anderen Vorfall heute im pakistanisch-kontrollierten Teil Kaschmirs zudem mindestens zwei Zivilisten durch Beschuss von indischer Seite getötet worden. Scharmützel kommen entlang der Kontrolllinie zwischen den von Indien und Pakistan beherrschten Teilen Kaschmirs immer wieder vor. Sie häufen sich, wenn sich die Spannungen zwischen den verfeindeten Nachbarstaaten zuspitzen. Die jetzigen Zusammenstöße sind die ersten gewaltsamen Vorfälle, seit die indische Regierung vergangene Woche überraschend der von ihr kontrollierten Kaschmir-Region den Sonderstatus entzogen hatte und damit die jüngste Eskalation zwischen den beiden Erzfeinden ausgelöst hatte.

Mit der Neuregelung will Neu Delhi das hauptsächlich von Muslimen bewohnte Gebiet stärker in das mehrheitlich hinduistische Indien integrieren. Pakistan beansprucht das Gebiet auch und bezeichnete die Abschaffung des Status als "illegal". Seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indiens und der Trennung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 streiten die beiden Länder um die Herrschaft über Kaschmir. Sie haben bereits zwei Kriege um das Himalaya-Tal geführt.

UN-Sicherheitsrat befasst sich mit Thema

Wenige Stunden vor den aktuellen Vorfällen hatte der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan die internationale Gemeinschaft erneut zum Handeln aufgerufen. Sollte sie im von Indien kontrollierten Teil Kaschmirs ein Massaker an Muslimen wie in Srebrenica zulassen, würde das Radikalisierung und eine Spirale der Gewalt in der muslimischen Welt auslösen, warnte Khan auf Twitter.

Am Freitagvormittag soll sich der UN-Sicherheitsrat in New York hinter verschlossenen Türen mit der Lage in Kaschmir beschäftigen, verlautete aus Diplomatenkreisen. China hatte die Sitzung beantragt. Vorangegangen war ein Brief des pakistanischen Außenministers Shah Mehmood Qureshi, der um eine Dringlichkeitssitzung gebeten und geschrieben hatte, der Weltfrieden sei in Gefahr. Eine Entscheidung des 15 Mitglieder zählenden Gremiums ist unwahrscheinlich, da die Veto-Macht USA in der Regel Indien unterstützt und China, das ebenfalls ein Veto-Recht hat, zu Pakistan hält.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/rts

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