Politik

#nichtmituns in Berlin Kaum Besucher bei Anti-Terror-Demo

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Rund 100 Demonstranten kamen zu der Kundgebung in Berlin - deutlich weniger als erwartet.

(Foto: picture alliance / Jörg Carstens)

Die Politik hat Muslime in Deutschland aufgerufen, ein klares Zeichen gegen Terrorismus zu setzen. Eine Kundgebung in Köln vergangene Woche bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Auch zur Demo in Berlin kommen deutlich weniger Teilnehmer als erwartet.

Am vorletzten Abend des Fastenmonats Ramadan sind in Berlin nur wenige Muslime und Nicht-Muslime dem viel beachteten Aufruf zur Demonstration gegen Extremismus und Gewalt gefolgt. Weniger als hundert Menschen versammelten sich auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Sie zogen gemeinsam für eine Mahnwache und Friedensgebete zum Brandenburger Tor.

Unter den Teilnehmern waren vor allem Frauen und junge Menschen, die auf Plakaten für gesellschaftlichen Zusammenhalt warben. Die von den Veranstaltern bei der Polizei angemeldeten 1500 Teilnehmer kamen nicht einmal ansatzweise zusammen. Vor einer Woche war bereits eine ähnliche Veranstaltung in Köln deutlich unter der erwarteten Zahl von zehntausend Teilnehmern geblieben.

Der Marsch sei ein "Zeichen des gegenseitigen Respekts, des friedlichen Miteinanders zwischen Muslimen und Andersgläubigen", hieß es im Demonstrationsaufruf. Große muslimische Verbände unterstützten den Aufruf nicht, darunter die Türkisch Islamische Union (Ditib). Ditib hatte die Demonstration in Köln als "eine öffentliche Vereinnahmung und Instrumentalisierung" kritisiert. Muslime würden mit der Demonstration gegen den Terror stigmatisiert und der internationale Terrorismus auf sie verengt.

Zu einer offen israel-feindlichen Kundgebung im Berliner Stadtteil Charlottenburg kamen derweil nach Angaben der "Berliner Zeitung" rund 650 Teilnehmer. Am Al-Kuds-Tag ruft der Iran jährlich zur Eroberung Jerusalems auf. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Aus Solidarität mit den Palästinensern findet im Iran jedes Jahr am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan eine solche Kundgebung statt.

Anlass ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechs-Tage-Krieges 1967. Im Iran haben Hunderttausende Menschen an staatlich organisierten Kundgebungen gegen den politischen Erzfeind Israel teilgenommen

Quelle: n-tv.de, bdk/AFP/dpa

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