Politik

Konfrontationskurs zu Kurz Kickl besteht auf Posten als Innenminister

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Herbert Kickl (r.) besteht auf das Amt, das Ex-Kanzler Kurz (l.) ihm bereits verwehrt hat.

(Foto: picture alliance/dpa)

Schon vor der "Ibiza-Affäre" gilt Herbert Kickl als umstrittenster Minister in Kurz' Kabinett. Kommt es nach der Neuwahl in Österreich zur Wiederauflage der Koalition aus ÖVP und FPÖ, fordert Kickl dennoch das Innenministerium für seine rechte Partei. Damit tritt er in offene Konfrontation zum möglichen Partner.

Der FPÖ-Politiker Herbert Kickl hat gut zwei Monate vor der Nationalratswahl in Österreich betont, dass ein Innenminister aus den Reihen seiner Partei eine Bedingung für eine Neuauflage der Koalition mit der ÖVP ist. "Das wird eine Position sein, mit der wir in Verhandlungen hineingehen", sagte der Ex-Innenminister dem Fernsehsender "oe24" auf eine entsprechende Frage. Das Innenministerium dürfe nicht wieder in die Hände der ÖVP fallen, die von März 2000 bis Dezember 2017 dieses Ressort führte.

Er selbst wolle wieder Innenminister werden. "Ja natürlich will ich das, warum sollte ich das nicht wollen?", sagte Kickl. Ex-Kanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz hatte zuvor ausgeschlossen, dass ein FPÖ-Politiker in einer Neuauflage der ÖVP-FPÖ-Koalition das Innenressort übernehmen werde. Kickl werde zudem keinesfalls ins Kabinett einziehen. "Sollte ich wieder eine Regierung anführen, hätte er keinen Platz", sagte Kurz.

Österreich wählt am 29. September ein neues Parlament, nachdem die von Kurz geführte Koalition aus konservativer ÖVP und rechter FPÖ infolge der Veröffentlichung des "Ibiza-Videos" zerbrochen war. Darin ist zu sehen, wie sich der damalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auf der Baleareninsel mit einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte über illegale Parteispenden und Formen der politischen Einflussnahme unterhält. Kickl wurde als Innenminister entlassen, weil Kurz kein Vertrauen hatte, dass der FPÖ-Politiker unabhängig gegen hochrangige Parteikollegen ermittelt hätte. Kickl galt generell als der am meisten umstrittene Minister der Regierung.

Quelle: n-tv.de, mra/dpa

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