Politik

Beschuss von Atomkraftwerk Kiew bittet NATO nach AKW-Brand um Hilfe

Nach Angaben Kiews entfacht russischer Beschuss einen Brand auf dem Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja. Der ukrainische Energieminister befürchtet eine "technologische Katastrophe" und fordert "ein echtes Eingreifen" der NATO und aller Atommächte.

Der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko hat angesichts von Berichten über ein Feuer auf der Anlage des Atomkraftwerks Saporischschja ein Eingreifen der NATO gefordert. "Deshalb fordern wir nicht nur eine professionelle Einschätzung der Geschehnisse, sondern ein echtes Eingreifen mit den härtesten Maßnahmen, auch durch die NATO und die Länder, die Atomwaffen besitzen", schrieb Haluschtschenko in der Nacht auf Facebook.

Europas größtes Atomkraftwerk werde mit Panzern und aus der Luft beschossen, schrieb er weiter. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Aussagen zunächst nicht. Er habe bereits mit US-Energieministerin Jennifer Granholm telefoniert und um eine Schließung des Luftraums über der Ukraine gebeten, schrieb Haluschtschenko.

"Wir stehen an der Schwelle einer großen technologischen Katastrophe in der Geschichte der Menschheit." Granholm bestätigte das Telefonat mit ihrem ukrainischen Amtskollegen auf Twitter. "Russische Militäreinsätze in der Nähe des Kraftwerks sind rücksichtslos und müssen aufhören", schrieb die US-Energieministerin dort. Die Reaktoren des Kraftwerks seien geschützt und würden nun sicher heruntergefahren.

Der britische Premierminister Boris Johnson verurteilte den russischen Vorstoß auf das Atomkraftwerk scharf. Die "rücksichtslosen Aktionen" von Putin "könnten nun die Sicherheit ganz Europas direkt gefährden", sagte Johnson am frühen Morgen bei einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Johnson erklärte laut einer Mitteilung seines Amtssitzes, dass er "in den kommenden Stunden" eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zur Lage in dem Atomkraftwerk erreichen wolle. Großbritannien werde alles tun, um sicherzustellen, dass sich die Situation nicht weiter verschlechtere, hieß es weiter.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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