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Vielleicht nur Holzmodell? Kim inspiziert neues Militär-U-Boot

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Kim Jong Un will die nordkoreanischen Verteidigungsfähigkeiten ausbauen. Ob die USA beeindruckt sind?

(Foto: AP)

Nordkorea rüstet weiter auf. Seine neueste Waffe: Ein Militär-U-Boot der Sinpo-Klasse, das auch ballistische Raketen abfeuern könnte. Machthaber Kim besucht den Prototypen in der Werft und zeigt sich zufrieden. Allerdings gibt es auch Stimmen, die die Schlagkraft des Modells bezweifeln.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat ein neu gebautes Militär-U-Boot inspiziert und dabei zum Ausbau der Verteidigungsfähigkeiten seines Landes aufgerufen. Kim habe sich beim Anblick des U-Boots zufrieden geäußert, berichteten die staatlichen Medien.

Bei der Verbesserung der Verteidigungskapazitäten sollten "große Anstrengungen für die Entwicklung der Marinewaffen und Ausrüstung" unternommen werden, wurde Kim zitiert. Es ist unklar, wann und wo die Inspektion stattgefunden hat. Auch wurden keine Angaben zum U-Boot-Typ gemacht. Den Berichten zufolge ist es in Kürze einsatzbereit.

In Südkorea wurde spekuliert, es könnte sich um ein U-Boot der Sinpo-Klasse handeln, von dem aus auch ballistische Raketen abgefeuert werden können. Ballistische Raketen befördern je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe ins Ziel.

Signal an die USA oder "leichte Beute"?

Die Tageszeitung "Die Welt" spekuliert, dass es sich bei dem neuen U-Boot "erkennbar" um einen Prototypen handele. Möglicherweise sei es sogar nur ein Holzmodell, da das Boot schlecht verarbeitet und "stellenweise sehr dünn" aussehe. Es könnte deshalb "beträchtlichen Lärm machen" und sei somit "eine leichte Beute für amerikanische U-Boot-Jagdschiffe".

Nordkorea, das wegen seines Atomwaffenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen ist, hatte vor vier Jahren erklärt, erstmals von einem U-Boot eine neuartige ballistische Rakete abgeschossen zu haben.

Die jetzige Veröffentlichung der Berichte und Bilder, die Kims Inspektion des U-Boots dokumentieren sollen, wird auch als Signal an die USA gesehen. Kürzlich hatte Nordkorea gewarnt, ein für August geplantes Militärmanöver der US-Streitkräfte mit Südkorea könnte Folgen für die vereinbarte Wiederaufnahme von Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm haben. Kim und US-Präsident Donald Trump hatten im Juni bei einem kurzen Treffen im Grenzort Panmunjom auf der koreanischen Halbinsel vereinbart, Arbeitsgruppen zur atomaren Abrüstung in der Region zu bilden.

Quelle: n-tv.de, lri/dpa

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