Politik

Fünf Millionen Kunden Klimapaket könnte Bahncard verbilligen

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Der Umstieg auf die Bahn soll attraktiver werden - eventuell auch durch eine verbilligte Bahncard.

(Foto: imago/Robert Michael)

Tickets im Fernverkehr der Bahn werden im kommenden Jahr preiswerter. Grund ist die Senkung des Mehrwertsteuersatzes. Davon profitiert auch, wer sich eine Bahncard 100 zulegen will. Aber auch alle anderen Kunden des Rabattsystems könnten bald sparen.

Die Deutsche Bahn plant offenbar, im nächsten Jahr auch die Bahncards zehn Prozent günstiger anzubieten. Die Preissenkung bei Bahncard 50 und Bahncard 25 hänge aber davon ab, ob auch für sie die Mehrwertsteuer sinke, hieß es. Dafür seien noch Verhandlungen von Bund und Ländern notwendig.

Rund fünf Millionen Fahrgäste haben diese Rabattkarten im Portemonnaie. Damit erhalten sie beim Fahrkartenkauf einen Abschlag von der Hälfte beziehungsweise einem Viertel. Für die zweite Klasse kostet die Bahncard 50 derzeit 255 Euro pro Jahr, für die Bahncard 25 werden 62 Euro fällig.

Die etwa 60.000 Inhaber einer Bahncard 100 kommen aller Voraussicht nach schon zum 1. Januar in den Genuss einer Preissenkung; hier ist die steuerrechtliche Lage klarer. Die Bahn hatte bereits angekündigt, zum 1. Januar die Fahrkartenpreise um zehn Prozent reduzieren zu wollen.

Hintergrund ist die Senkung der Mehrwertsteuer auf Fernzugtickets von 19 auf 7 Prozent, auf den sich der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat verständigt hat. Sie soll helfen, dass Deutschland seine Klimaziele erreicht. Ziel ist, dass mehr Menschen in die Bahn statt ins Auto oder das Flugzeug steigen.

Kompromiss passiert Vermittlungsausschuss

Ferner einigte sich der Vermittlungsausschuss auf den am Wochenende erzielten Kompromiss zur Umsetzung der Klimabeschlüsse im Steuerrecht. Das gilt für die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung sowie die Erhöhung der Pendlerpauschale für Fernpendler ab dem Jahr 2021. Beides kann nun noch vor Weihnachten von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden.

Teil des Kompromisspakets ist auch eine Absprache zwischen Bund und Ländern, dass der Einstiegspreis bei der ab 2021 geplanten Bepreisung von Kohlendioxid (CO2) auf 25 Euro statt 10 Euro pro Tonne CO2 angehoben wird. Dafür muss die Bundesregierung im Frühjahr ein neues Gesetzgebungsverfahren starten. Das war die Bedingung der Grünen für ihre Zustimmung zu dem vorliegenden Gesetzespaket. Im Bundesrat sind Union und SPD für eine Mehrheit auf die Stimmen der Grünen angewiesen.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts