Politik

Gestrandet in den USAKlingbeils Regierungsflieger hebt erst am Mittag ab

02.09.2026, 09:53 Uhr
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Auf einem Bildschirm des Frachtzentrums vom Flughafen Greenville-Spartanburg International Airport ist der Airbus A350 der Flugbereitschaft der Bundeswehr auf dem Rollfeld zu sehen. (Foto: picture alliance/dpa)

Es ist eine mehr als eine lästige Panne: Finanzminister Klingbeil muss die Nacht unfreiwillig in den USA verbringen, weil der Regierungsflieger streikt. Nun kann er wieder starten, Klingbeil schafft es aber trotzdem nicht mehr rechtzeitig zur Kabinettsklausur

Luftwaffe und Lufthansa-Technik geben grünes Licht für einen Rückflug des wegen eines Schadens an seinem Regierungsflieger in den USA festsitzenden Bundesfinanzministers Lars Klingbeil. An einer Tür sei vor dem Abflug beim sogenannten Walkaround ein Strukturschaden an der Tür festgestellt worden, der überprüft werden musste, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin.

Dazu sei auch Bildmaterial in Deutschland von Experten der Lufthansa-Technik ausgewertet worden. Der Sprecher sagte, wahrscheinlich habe eine Fahrgastreppe den Schaden verursacht. Ein Weiterflug sei nun aber möglich. Geplant sei, dass die Maschine mit dem Minister und seiner Delegation am Mittag deutscher Zeit in den USA starten werde.

Der Vizekanzler musste aber die Nacht im Hotel verbringen. Klingbeil hatte am Treffen der G20-Finanzminister in Asheville im Bundesstaat North Carolina teilgenommen. Im Anschluss besuchte er ein BMW-Werk in Spartanburg in South Carolina.

Klingbeil war mit dem Airbus A350 "Konrad Adenauer" der Luftwaffe unterwegs. Dessen Vorgänger, ein Airbus A340, hatte mehrfach wegen Schadensausfällen Schlagzeilen gemacht. Nachdem die damalige Außenministerin Annalena Baerbock im August 2023 nach einer Doppelpanne in Abu-Dhabi eine Indo-Pazifik-Reise absagen musste, wurde die Maschine ausgemustert. Erst kürzlich war eine Regierungsmaschine auf einem Trainingsflug über dem Indischen Ozean außerplanmäßig auf den Seychellen zwischengelandet.

Klingbeil verpasst Kabinettssitzung

Durch die Fliegerpanne wird Klingbeil auch die heutige Kabinettsitzung in Berlin verpassen, bei der sein Steuergesetz auf den Weg gebracht werden soll. Die Reform soll Entlastungen von jährlich rund zehn Milliarden Euro bringen. Profitieren sollen vor allem Millionen Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen sowie Familien mit Kindern. Im Gegenzug soll mehr Geld unter anderem von sehr hohen Einkommen hereinkommen. Das Wirtschaftsministerium von Katherina Reiche von der CDU hält die Pläne allerdings für nicht ausreichend, wie aus einem Schreiben hervorgeht. Das Ressort machte aber klar, die Reform mitzutragen. 

Klingbeil verteidigte den Entwurf für die Einkommensteuerreform. "Ich will hier schon sehr klar sagen, dass zehn Milliarden schon eine große Summe sind", sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. "Das führt dazu, dass eine Familie, zwei Kinder, zwei arbeitende Eltern, im Jahr 2028 bis zu 600 Euro entlastet wird." Zur Kritik aus den Koalitionsreihen sagte er: "Ich halte es erstmal für nicht sinnvoll. Und das muss ja auch Katherina Reiche erklären, wie sie einen solchen Brief schreibt und trotzdem zustimmt. Also das versteht ja auch niemand in diesem Land. Das ist ja, wenn man jetzt da ganz klar drüber spricht, auch eine deutliche Kritik am eigenen Bundeskanzler. Weil das habe ich ja nicht allein entschieden."

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

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