Politik

"Krieg gegen die ganze Welt" Klitschkos warnen vor Katastrophe in Kiew

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Vitali (l.) und Wladimir Klitschko harren in Kiew aus.

(Foto: REUTERS)

Die Brüder Vitali und Wladimir Klitschko harren weiter in Kiew aus. Von dort richten sie erneut einen dramatischen Appell in Richtung Deutschlands und des Westens. "Wir müssen das stoppen", erklären sie mit Blick auf Russlands Angriff auf die Ukraine. Dabei müsse auch auf Belarus Druck ausgeübt werden.

Vitali und Wladimir Klitschko sind weiterhin fest entschlossen, der russischen Aggression in ihrem Heimatland Ukraine entgegenzutreten. Nach wie vor befinden sich die beiden ehemaligen Box-Profis in der Hauptstadt Kiew, wo sie der "Bild"-Zeitung nun erneut ein Interview gaben. Darin warnen sie vor einer drohenden Katastrophe in der Stadt - nicht nur militärisch.

"Die Nacht war teilweise ruhig, es gab keine Bombardierung", sagt zunächst Vitali Klitschko, der seit 2014 Bürgermeister von Kiew ist. Gefechte gebe es derzeit vor allem an den Stadtgrenzen. Doch auch in der Stadt selbst werde geschossen. "Es gibt sehr viele Sniper", so der 51-Jährige. Er wisse von etwa 20 Verletzten. Gleichwohl sehe man Panzer und Militäreinheiten, die sich auf Kiew zubewegten. Er hoffe deshalb, "dass es keine Ruhe vor dem großen Sturm war".

An der Grenze zur Katastrophe

Als Bürgermeister sei es nicht nur seine Aufgabe, den Widerstand gegen die russische Aggression zu organisieren, er müsse sich auch um die Versorgung der Menschen etwa mit Lebensmitteln und Medikamenten kümmern, erklärt Vitali Klitschko. Noch sei diese für einige Tage gewährleistet. Doch mittlerweile sei die Logistik zusammengebrochen: "Wir stehen an der Grenze zu einer Katastrophe."

Für die Hilfe, die sie im Kampf gegen die russische Aggression erhielten, wollten sie sich "bei der ganzen demokratischen Welt bedanken", sagt Vitali Klitschko. "Es ist wichtig, uns zu helfen, denn wir sind nicht aggressiv, wir verteidigen uns. Aber ohne Unterstützung wird die Ukraine nicht existieren", erklärt er.

Nach der Kehrtwende der Bundesregierung in der Frage von Waffenlieferungen an die Ukraine dankt Vitali Klitschko explizit auch Deutschland: "Endlich mal haben wir eine Chance, Waffen zu bekommen." Die Menschen in Deutschland müssten verstehen: "Das ist ein Krieg nicht nur gegen die Ukraine. Das ist ein Krieg gegen ganz Europa und die ganze Welt. Wir müssen das stoppen."

Unterstützung "auf jede Art und Weise"

Vitali Klitschkos Bruder Wladimir appelliert zugleich, bei der Unterstützung der Ukraine nicht nachzulassen - "auf jede Art und Weise". Dabei gehe es nicht nur um militärische Hilfe. Russland müssten die Grenzen aufgezeigt werden, ob "wirtschaftlich, im sportlichem Bereich, jedem anderen Bereich".

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Doch nicht nur Russland sollte der Westen nach Ansicht des 45-Jährigen bei seinen Strafmaßnahmen ins Visier nehmen. Er erwarte auch "harte Sanktionen gegen Weißrussland", erklärt er. Derzeit werde alles militärische Equipment für den Krieg über Belarus in die Ukraine gebracht. "Das ist ein Bündnis zwischen Weißrussland und Russland", betont Wladimir Klitschko.

Wegen der Unterdrückung der Zivilgesellschaft in dem Land gibt es schon seit längerer Zeit Sanktionen des Westens gegen Belarus. Nach der Invasion Russlands in die Ukraine kündigte US-Präsident Joe Biden an, auch das Regime des weißrussischen Machthabers Alexander Lukaschenko mit noch schärferen Sanktionen zu belegen.

Quelle: ntv.de, vpr

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