Politik

Intensivstationen sind voll Kolumbien droht der Corona-Kollaps

241445046.jpg

Das kolumbianische Gesundheitssystem stößt an seine Grenzen.

(Foto: picture alliance / AA)

Die Corona-Krise trifft Kolumbien hart. Mehr als drei Millionen Menschen haben sich bislang mit dem Virus infiziert, die Krankenhäuser sind ausgelastet. Doch das ist nicht das einzige Problem: Seit zwei Wochen kommt es in dem südamerikanischen Land zu gewaltvollen Protesten.

Nach tagelangen Protesten steht das Gesundheitssystem in Kolumbien angesichts der Corona-Pandemie vor dem Zusammenbruch. "Es muss mit aller Realität gesagt werden: Die Ansteckungssituation in Bogota ist kritisch: fast hundertprozentige Belegung der Intensivstation", schrieb der kolumbianische Gesundheitsminister Fernando Ruiz am Mittwoch auf Twitter. 500 Patienten müssten aus der Hauptstadt in andere Teile des Landes verlegt werden.

Seit zwei Wochen kommt es in Kolumbien zu zahlreichen, teilweise von Gewalt überschatteten Protesten. Mindestens 42 Menschen sind nach den jüngsten Angaben der nationalen Ombudsstelle während der Protesttage ums Leben gekommen, 168 Personen werden vermisst.

Zuerst demonstrierten Menschen gegen eine umstrittene, inzwischen zurückgenommene Steuerreform. Die meisten Demonstranten haben nun neue Ziele, wie den Widerstand gegen eine ebenfalls geplante Gesundheitsreform und den Einsatz für den brüchig gewordenen Friedensprozess.

Fast 80.000 Corona-Tote

Zugleich erlebt Kolumbien derzeit einen der schwersten Momente der Pandemie mit einer hohen Auslastung der Krankenhäuser. Mehr als drei Millionen Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert, fast 80.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Kolumbien ist nach Brasilien mit rund 50 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land sowie der wichtigste Verbündete der USA in Südamerika. Mehr als 50 Jahre herrschte ein Bürgerkrieg, 220.000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden vertrieben.

2016 schloss die kolumbianische Regierung Frieden mit der Farc-Guerilla, die Wirtschaft erlebte einen Aufschwung, der Tourismus, auch aus Deutschland, boomte. Doch der Frieden ist brüchig, die exzessive Polizeigewalt ein Rückschlag.

Quelle: ntv.de, lri/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.