Politik

Stichwahl in fast allen Städten Kommunalwahl in Niedersachsen spannend

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Niedersachsens sozialdemokratischer Ministerpräsident Stephan Weil gibt seine Stimme ab: In Hannover wird es wohl eine Stichwahl zwischen dem SPD- und dem CDU-Kandidaten geben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ob die Kommunalwahl in Niedersachsen als Stimmungstest für die Bundestagswahl in zwei Wochen taugt, ist wegen der laufenden Auszählung noch unklar. Sicher ist aber, dass die Wahlbeteiligung wegen vieler Briefwähler hoch ist. Außerdem gibt es in fast allen großen Städten eine Stichwahl.

Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen ist zunächst noch kein vorläufiges amtliches Endergebnis abzusehen. Die Rückmeldungen von mehreren Kreiswahlen sowie Gemeindewahlen würden noch ausstehen, teilte die Landeswahlleitung am Morgen mit. Mit einem vorläufigen amtlichen Endergebnis wird jedoch noch im Laufe des Morgens gerechnet. Rund 6,5 Millionen Menschen waren zwei Wochen vor der Bundestagswahl in Niedersachsen dazu aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben.

Die Wählerinnen und Wähler entschieden über die künftige Zusammensetzung der Kommunalparlamente, also der Räte in Städten, Gemeinden und Kreisen. Gleichzeitig wurden an vielen Orten auch Landräte und Bürgermeister gewählt. Ein klarer Trend war gestern Abend während der noch laufenden Stimmauszählung nicht erkennbar. Bei etlichen Oberbürgermeister- und Landratswahlen wird es eine Entscheidung erst in einer Stichwahl in zwei Wochen geben. Unterdessen zeichnete sich eine größere Wahlbeteiligung als bei der vorangegangenen Kommunalwahl 2016 ab.

In den Wahllokalen lag die Wahlbeteiligung am späten Sonntagnachmittag bei 44,0 Prozent. Wie die Landeswahlleitung in Hannover mitteilte, waren es vor fünf Jahren 44,3 Prozent (Stand jeweils 16.30 Uhr). Allerdings stimmten wegen der Corona-Pandemie überdurchschnittlich viele Menschen per Brief ab. Eine Stichprobe der Landeswahlleitung ergab, dass im Schnitt 23,2 Prozent der Wahlberechtigten dieses Mal Briefwahlunterlagen beantragt hatten.

Die Bürger im Land waren aufgerufen, über die Zusammensetzung der Stadt- und Gemeinderäte sowie der Kreistage zu entscheiden. Zudem standen in einigen Kommunen neue Bürgermeister und Landräte zur Direktwahl. Nach Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr sollte das vorläufige amtliche Endergebnis voraussichtlich erst am frühen Montagmorgen vorliegen.

Stichwahl in Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Osnabrück

In der Region Hannover wird es voraussichtlich zur Stichwahl um das Amt des Regionspräsidenten zwischen SPD-Kandidat Steffen Krach und Christine Karasch von der CDU kommen. CDU-Kandidatin Karasch sagte, sie werde an die Grünen-Wähler ein gutes Angebot im Umwelt- und Klimaschutz machen. "Wir haben noch viele Wähler, die heute nicht an den Urnen waren." Krach sagte, die SPD in Hannover werde ihren Wahlkampf von Montag an unverändert fortsetzen.

In Niedersachsens zweitgrößter Stadt Braunschweig lag der SPD-Bewerber Thorsten Kornblum bei den Oberbürgermeisterwahlen nach Auszählung von etwa zwei Drittel aller Stimmen deutlich vor Kaspar Haller von der CDU - für einen Sieg im ersten Anlauf reicht es für den SPD-Bewerber aber wohl nicht, auch hier zeichnete sich eine Stichwahl ab.

In Oldenburg, Osnabrück und Lüneburg kommt es voraussichtlich ebenfalls zu Stichwahlen: In Oldenburg lag der Amtsinhaber, SPD-Bewerber Jürgen Krogmann, kurz vor Ende der Auszählung vor Daniel Fuhrhop von den Grünen. In Osnabrück, der viertgrößten Stadt Niedersachsens, führte hingegen die CDU-Kandidatin Katharina Pötter vor Frank Henning von der SPD. In Lüneburg, jahrzehntelang geführt von einem SPD-Bürgermeister, kommt es absehbar zur Stichwahl zwischen der Grünen-Bewerberin Claudia Johanna Kalisch und dem parteilosen Heiko Meyer.

CDU seit 40 Jahren stärkste kommunale Kraft

Auch in der Universitätsstadt Göttingen standen die Zeichen auf Stichwahl. Hier lag die SPD-Kandidatin Petra Broistedt einige Prozentpunkte vor Doreen Fragel von den Grünen, gefolgt von Ehsan Kangarani von der CDU. In Hameln sah alles nach einer Wiederwahl von Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) aus, nach Auszählung fast aller Stimmen lag er bei 51,4 Prozent.

Seit rund 40 Jahren ist die CDU stärkste kommunale Kraft in Niedersachsen. Bei den Kommunalwahlen vor fünf Jahren holten die Christdemokraten in den Landkreisen und kreisfreien Städten 34,4 Prozent der Stimmen und lagen damit vor der SPD (31,2), den Grünen (10,9), der AfD (7,8), der FDP (4,8) und den Linken (3,3).

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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