Politik

"Wenn wir stärker als SPD sind" Söder gibt sich offen für neue GroKo

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Geht es um den persönlichen Karriereplan oder ums Land? Markus Söder auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Söder ist stets für eine Volte gut: Während er neuerdings im Schulterschluss mit dem Unionskanzlerkandidaten agiert und den Sozialdemokraten Scholz hart angeht, kann er sich auch eine Neuauflage der Großen Koalition vorstellen. Von der FDP verlangt er zugleich eine Absage an SPD und Grüne.

CSU-Chef Markus Söder hat die Neuauflage einer Regierungs-Zusammenarbeit mit der SPD nach der Bundestagswahl nicht ausgeschlossen. "Es kann ja auch noch einmal eine große Koalition wiederkommen mit der SPD, wenn sie schwächer wird", sagte der bayerische Ministerpräsident dem Sender Phoenix. "Das Entscheidende ist, dass wir stärker sind als die SPD, denn davon leitet sich auch der Führungsanspruch in der Bundesregierung ab", fügte er mit Blick auf die CDU/CSU hinzu.

Söder sagte, er gehe davon aus, "dass wir noch eine Chance haben, die SPD abzufangen". Der CSU-Parteitag in Nürnberg habe gezeigt, wie geschlossen CSU und CDU agierten, sagte er und verwies auf die große Zustimmung der Delegierten nach dem dortigen Auftritt von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet. In der ARD forderte Söder die FDP auf, eine Ampelkoalition mit SPD und Grünen auszuschließen. "Ja, absolut", antwortete Söder auf die Frage, ob er sich der Forderung des CDU-Politikers Friedrich Merz an die FDP aus der vergangenen Woche anschließe, eine Ampel auszuschließen.

Er verstehe den Wunsch von FDP-Chef Christian Lindner, "Minister zu werden", sagte Söder in der ARD-Sendung "Bericht vom Parteitag der CSU". "Aber am Ende geht es nicht um den persönlichen Karriereplan, sondern ums Land", fügte er hinzu.

Grüne: "Söder lässt Katze aus dem Sack"

Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sagte zu Söders Äußerungen hinsichtlich einer möglichen neuen großen Koalition: "Markus Söder lässt die Katze aus dem Sack und plädiert für eine neue Stillstands-GroKo." Kellner warb seinerseits für eine Regierungsbeteiligung seiner Partei: "Einen Aufbruch und das Ende des Weiter-So gibt es nur mit Grün."

Die CSU hatte dem Unionskanzlerkandidaten am Morgen den Rücken für den Wahlkampf-Schlussspurt gestärkt. Nach seiner Rede auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg erhielt Laschet minutenlangen stehenden Applaus der Delegierten. Söder sprach trotz der schlechten Umfragewerte der Union vom künftigen Bundeskanzler Armin Laschet.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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