Politik

Konsequenz aus Causa Tönnies Kreis Gütersloh kehrt zum Lockdown zurück

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Im Kreis Gütersloh gilt nun ein regionaler Lockdown.

(Foto: imago images/Noah Wedel)

Aufgrund des massenhaften Corona-Ausbruchs im Kreis Gütersloh gelten dort künftig wieder schärfere Beschränkungen. Das verkündet NRW-Ministerpräsident Laschet. Demnach sollen drei Polizei-Hundertschaften die Quarantäne Tausender Mitarbeiter beim Fleischverarbeiter Tönnies - dem Infektionsherd - kontrollieren.

Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies müssen sich die Menschen im Kreis Gütersloh wieder auf schärfere Beschränkungen einstellen. "Wir haben entschieden, dass weitere Maßnahmen erforderlich sind", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet auf einer Pressekonferenz. Deshalb werde die Landesregierung "für den gesamten Kreis Gütersloh einen Lockdown verfügen".

Im Kreis Gütersloh handele es sich um das bisher "größte Infektionsgeschehen" in NRW und in Deutschland, begründete Laschet den Schritt. Demnach verbieten die Behörden in dem Kreis unter anderem wieder Sport in geschlossenen Räumen und zahlreiche Kulturveranstaltungen. Fitnessstudios würden im Kreisgebiet ebenso geschlossen wie Kinos und Bars, sagte Laschet. Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh waren bereits geschlossen worden. Laschet warnte davor, die rund 370.000 Einwohner des Kreises unter "Pauschalverdacht" zu stellen. Man dürfe die Bewohner des Kreises "nicht stigmatisieren".

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Zudem kündigte Laschet an, dass drei Einsatzhundertschaften der Polizei in den Kreis Gütersloh geschickt werden. Die Polizisten sollen die Quarantäne der mehr als 6000 Mitarbeiter von Tönnies kontrollieren, sagte er. Die Polizei werde demnach die mobilen Teams "auch in schwierigen Situationen begleiten". Zur Not müssten die Behörden auch mit Zwang die Quarantäne-Anordnungen durchsetzen. Es werde auch zusätzliche humanitäre Maßnahmen zur Unterstützung der Betroffenen geben. Dolmetscher für Polnisch, Rumänisch und Bulgarisch seien auch dabei.

Der regionale Lockdown gelte zunächst für eine Woche. Bis zum 30. Juni werde man dann mehr Klarheit haben, inwieweit sich das Virus womöglich auch bei Menschen, die nicht bei Tönnies arbeiten, ausgebreitet habe, sagte Laschet. Bisher gebe es hier nur 24 nachgewiesene Infektionen. Die Behörden werden die Tests in der Bevölkerung zudem massiv ausweiten, betonte der Regierungschef.

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Jüngsten Erhebungen zufolge ist die Zahl der nachweislich Infizierten beim Fleischproduzenten Tönnies im Werk Rheda-Wiedenbrück auch zum Wochenbeginn weiter gestiegen. Es gebe 1553 positive Befunde von den Personen, die unmittelbar im Werk tätig sind, hatte der Krisenstab im Kreis Gütersloh am Montagabend mitgeteilt. Zuvor hatten die Behörden von 1331 bestätigen Corona-Fällen (Stand: Sonntag) in der Tönnies-Belegschaft berichtet.

Quelle: ntv.de, cri/dpa