Politik

Putin telefonierte mit Biden Kreml: Attentat auf Lukaschenko verhindert

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Das Verhältnis zwischen Russlands Präsidenten Wladimir Putin (rechts) und seinem US-Kollegen Joe Biden gilt als angespannt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ausländische Geheimdienste sollen seinen Tod geplant haben - so schildert es der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko. Vereitelt wurde das Attentat offenbar in Moskau. Darüber hat Kreml-Chef Putin seinen US-Kollegen Biden informiert - und das hat auch mit einem der Verdächtigen zu tun.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Angaben aus Moskau seinen US-Kollegen Joe Biden bei einem Telefonat über ein vereiteltes Attentat auf den Machthaber von Belarus, Alexander Lukaschenko, informiert. Das bestätigte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Einer der festgenommenen Verdächtigen soll auch die US-Staatsbürgerschaft haben. Nach Darstellung Lukaschenkos sollen etwa ausländische Geheimdienste hinter dem geplanten Umsturz stecken. Putin und Biden hatten vor gut einer Woche miteinander telefoniert.

Wie der belarussische Geheimdienst KGB am Freitagabend mitteilte, wurden in Moskau vom russischen Geheimdienst FSB zwei Belarussen festgenommen, der Politikwissenschaftler Alexander Feduto und der Anwalt Juri Senkowitsch, der auch die US-Staatsbürgerschaft hat. Der belarussische Geheimdienst KGB wirft den beiden Verdächtigen vor, einen bewaffneten Aufstand vorbereitet zu haben.

In einem am Wochenende vom belarussischen Präsidialamt verbreiteten Video machte Lukaschenko ausländische Geheimdienste, "wahrscheinlich die CIA und den FBI" aus den USA, dafür verantwortlich. Bei einem "Sondereinsatz" soll eine "Gruppe mit terroristischer Ausrichtung" zerschlagen worden sein, die mit "gewalttätigen Mitteln die Macht ergreifen" wollte, wie die belarussischen Geheimdienste mitteilten. Sie sollen demnach auch geplant haben, Lukaschenko und seine Familie zu töten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Massenproteste gewaltsam niedergeschlagen

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja erklärte aus ihrem Exil in Litauen, bei den von den belarussischen Behörden gemeldeten Vorfällen handle es sich um eine "Provokation der russischen und belarussischen Sicherheitskräfte", in die auch Bürger von Belarus und aus den USA verwickelt worden seien. Der Kreml in Moskau verurteilte Pläne, den Staatschef des Nachbarlandes töten zu wollen.

Lukaschenko hatte immer wieder Angst in der Bevölkerung geschürt und der Opposition vorgeworfen, einen gewaltsamen Umsturz zu planen. Mit Blick auf die Massenproteste gegen ihn hatte er auch einmal gesagt, es sei eine Revolution wie im Nachbarland Ukraine verhindert worden. Nach der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl im August vergangenen Jahres hatten zeitweise Hunderttausende Menschen den Rücktritt Lukaschenkos und Neuwahlen gefordert, aber zuletzt verlor die Bewegung an Zulauf. Grund dafür war auch das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten. Mehrere Protestteilnehmer wurden getötet, Hunderte weitere wurden zu teils langen Haftstrafen verurteilt. Die Europäische Union erkennt Lukaschenko nicht als Präsidenten an. Er stützt sich aber nach wie vor auf Russland als wichtigsten Verbündeten.

Quelle: ntv.de, joh/AFP

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