Politik

Erstmals Verluste eingeräumt Kreml meldet einen Toten nach "Moskwa"-Untergang

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Bei dem Untergang der "Moskwa" handelte es sich um einen der größten materiellen Verluste für die russische Armee.

(Foto: dpa)

Mehrere Medien berichten von bis zu 116 Matrosen, die beim Untergang des russischen Kriegsschiffs "Moskwa" ums Leben gekommen sein sollen. Diese Zahlen werden von Moskau nicht bestätigt. Nun macht das Verteidigungsministerium erstmals eigene Angaben zu Toten und Vermissten.

Acht Tage nach dem Untergang des Kriegsschiffs "Moskwa" hat Russland erstmals Verluste im Zusammenhang mit dem Vorfall eingeräumt. Ein Besatzungsmitglied sei gestorben und 27 weitere Matrosen würden vermisst, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Freitag laut russischen Nachrichtenagenturen mit. Die übrigen 396 Mitglieder der Besatzung des am 14. April im Schwarzen Meer gesunkenen Lenkwaffenkreuzers seien gerettet worden.

Die ukrainische Armee hatte das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte nach eigenen Angaben mit Raketen beschossen. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte diese Darstellung. Russland erklärte hingegen, an Bord des Kreuzers sei Munition detoniert. Die Explosion habe einen Brand ausgelöst, durch den der Rumpf beschädigt worden sei. Die "Moskwa" sei dann während des Versuchs gesunken, sie zu einem Hafen abzuschleppen.

Bei dem Untergang der "Moskwa" handelte es sich um einen der größten materiellen Verluste für die russische Armee seit Beginn des Militäreinsatzes gegen die Ukraine am 24. Februar. Die zu Sowjetzeiten gebaute "Moskwa" hatte zusammen mit anderen Schiffen der Schwarzmeerflotte die südukrainische Hafenstadt Mariupol blockiert.

Nowaja Gazeta berichtet von "rund 40" toten Matrosen

Vor Kurzem berichtete das russische Exilmedium "Meduza" mit Sitz im lettischen Riga, dass mindestens 37 Matrosen des gesunkenen Lenkwaffenkreuzers "Moskwa" gestorben sein sollen. Das Medium stützt sich dabei auf Quellen mit guten Verbindungen zur russischen Schwarzmeerflotte. Die Leichen seien in die Hafenstadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim gebracht worden.

Die Mutter eines Matrosen berichtete der Nowaja Gazeta, dass "rund 40" Matrosen getötet worden seien. Meduzas Quelle spricht zudem von 100 verletzten Matrosen und vielen, die über Bord gingen und als vermisst gelten. Insgesamt sollen sich etwa 500 Matrosen auf dem Schiff befunden haben.

Zudem bezifferte die Kreml-nahe Zeitung "Readovka" die im Ukraine-Krieg gefallenen russischen Soldaten auf dem russischen Portal "VKontakte" auf insgesamt 13.414. Weitere 7000 Soldaten sollen demnach als vermisst gelten. Doch nur kurze Zeit nach der Veröffentlichung wurde der Beitrag wieder gelöscht. Die Zeitung soll später behauptet haben, dass es sich um einen Hackerangriff handelte, wie die "Bild"-Zeitung berichtet.

Auch zum gesunkenen Flaggschiff "Moskwa" gibt es in dem Beitrag Angaben zu Opfern. Demnach sind 116 tote Matrosen bestätigt, mehr als 100 weitere gelten als vermisst. Die Zahlen decken sich mit Videos, die die russische Führung nach dem Unglück veröffentlicht hat. Bei mehreren Anlässen, an denen die Crew der "Moskwa" gezeigt wird, sind nie mehr als 200 Matrosen zu sehen. Das Schiff soll jedoch eine Besatzung von rund 500 Mann gehabt haben.

Quelle: ntv.de, lve/AFP

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