Politik

Massive Maßnahmen notwendig Kretschmer will "Bergamo in Sachsen" verhindern

imago0142605194h.jpg

Bilder der dramatischen Corona-Situation in Bergamo gingen im Frühjahr 2020 um die Welt. Kretschmer will eine solche Krise rechtzeitig abwenden.

(Foto: imago images/ddbd)

Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Sachsen will Ministerpräsident Kretschmer alle zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen. Denn er wolle ein "Bergamo in Sachsen nicht zulassen". Das Bundesland hat eine Inzidenz von 1000 überschritten und kämpft mit überlasteten Intensivstationen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer will die vierte Corona-Welle mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unter Kontrolle bringen. "Wenn wir nächste Woche um diese Zeit feststellen, wir haben immer noch ein solches Infektionsgeschehen, dann werden wir gemeinsam darüber sprechen, was noch mehr notwendig ist - weil wir Bergamo in Sachsen nicht zulassen wollen", sagte er in einer Online-Diskussion.

Kretschmer spielte damit auf die dramatischen Situation in der norditalienischen Stadt Bergamo im Frühjahr 2020 an. Bilder von Militärlastwagen, die massenhaft Särge abtransportierten, lösten damals weltweit Bestürzung aus. Sachsen hatte später als erstes Bundesland auch Patienten aus Bergamo in seinen Krankenhäusern aufgenommen.

"Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen"

"Niemand würde in Deutschland Bilder wie in Bergamo ertragen, auch nicht diejenigen, die jetzt noch der Meinung sind, das ist alles gar nicht so schlimm", sagte Kretschmer. Man könne die Pandemie nicht einfach laufen lassen. Das, was Sachsen gerade mache, sei notwendig - "und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr", verteidigte er die aktuellen Einschnitte in dem Bundesland.

In Sachsen verbreitet sich das Virus im bundesweiten Vergleich am rasantesten. Die Inzidenz liegt laut Robert-Koch-Institut bei 1074,6. Kretschmer hatte schon zuvor einen Lockdown vor Weihnachten nicht mehr ausgeschlossen. "Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen. Es wird nur zu verhindern sein, wenn es ein kollektives Verständnis und gemeinsames Bewusstsein gibt, Kontakte zu vermeiden und die Maßnahmen einzuhalten", sagte er.

Quelle: ntv.de, mbu/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.