Jährlich bis zu 20 PreisträgerKrisenmanagerin Angela Merkel erhält Europäischen Verdienstorden

Angela Merkel nimmt während ihrer Amtszeit an mehr als 100 EU-Gipfeln teil und navigiert durch zahlreiche Krisen, darunter die Weltfinanzkrise und die Corona-Pandemie. Das EU-Parlament zeichnet die Altkanzlerin für ihre "bedeutenden Beiträge zur europäischen Integration" aus.
Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel erhält für ihr Engagement für die EU und deren Werte den Europäischen Verdienstorden des Europaparlaments. Die 71-jährige CDU-Politikerin gehört damit zu den ersten 20 Trägerinnen und Trägern der Auszeichnung, die Parlamentspräsidentin Roberta Metsola in Straßburg bekannt gab. Mit dem Orden werden Persönlichkeiten geehrt, die "bedeutende Beiträge zur europäischen Integration und zu den europäischen Werten geleistet haben", wie das EU-Parlament mitteilte.
Zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem früheren polnischen Präsidenten Lech Walesa erhält Merkel die höchste von drei Stufen der Ehrung. Weitere Orden gehen vor allem an frühere Präsidenten und Premierminister von EU-Ländern sowie frühere Spitzen von Institutionen wie der Europäischen Zentralbank und Nato, aber auch Persönlichkeiten aus dem Sport, der katholischen Kirche, von Nichtregierungsorganisationen - und auch der Musik. So wird auch die Rockband U2 unter Frontmann Bono ausgezeichnet.
Finanzkrise, Eurokrise, Flüchtlingskrise und Coronakrise
Merkel war während ihrer Amtszeit von 2005 bis 2021 als Krisenmanagerin Europas bekannt. Die CDU-Politikerin moderierte in den 16 Jahren etwa die Weltfinanzkrise ab 2007, die Eurokrise ab 2010, die Flüchtlingskrise 2015 und nicht zuletzt den Brexit und die Corona-Pandemie. Dabei nahm sie an mehr als 100 Gipfeln der europäischen Staats- und Regierungschefs teil.
Noch vor wenigen Tagen hatte Merkel die Länder Europas angesichts der weltweiten Krisen und Kriege zu Einigkeit und Geschlossenheit aufgerufen. "Europa muss sein Schicksal mehr denn je in die eigene Hand nehmen", sagte sie in Hamburg.
Die Vorschläge für Ernennungen können von den Präsidentinnen und Präsidenten der EU-Institutionen, den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten oder den Präsidenten der nationalen Parlamente eingereicht werden. Eine feierliche Verleihungszeremonie für den Orden soll während der Parlamentstagung im Mai stattfinden. Die Auszeichnung wurde im vergangenen Jahr eingeführt und ehrt jährlich bis zu 20 Persönlichkeiten.