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Beamte fahren selten Bahn Kritik an Regierungs-Vielfliegern

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In den ersten sechs Monaten des Jahres stieg die Zahl der Flüge zwischen der alten und der neuen Hauptstadt um deutliche 13 Prozent.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zwischen Bonn und Berlin ist Bahnfahren für Regierungsbeamte offenbar wenig reizvoll. Das zeigt die deutlich steigende Zahl der Dienstflüge auf dieser Strecke. Das Umweltministerium will die Regeln für Dienstreisen für Beamte verschärfen.

Bei ihren Dienstreisen zwischen Bonn und Berlin setzen die Ministerien einem Bericht zufolge weiterhin vor allem aufs Flugzeug statt auf die Bahn. 2018 lösten Regierungsbeamte für Flüge zwischen den Flughäfen Köln/Bonn und Berlin 109.422 Tickets für mehr als 200.000 Hin- und Rückflüge, berichtete die "Bild" und zitierte damit die Regierungsantwort auf eine FDP-Anfrage.

Im selben Zeitraum fuhren die pendelnden Regierungsbeamten nur 26.661 Mal mit dem Zug. In den ersten sechs Monaten des Jahres stieg die Zahl der Flüge zwischen der alten und der neuen Hauptstadt um deutliche 13 Prozent.

"Das Mindeste wäre doch, dass die Regierungsmitarbeiter sich wie selbstverständlich für den Zug entscheiden, wenn sie zwischen Bonn und Berlin reisen", sagte die FDP-Abgeordnete Katharina Willkomm der "Bild"-Zeitung.

Den Angaben zufolge sind die Beamten bereits dazu verpflichtet, bei ähnlichen Fahrtzeiten und Preisen dem Flugzeug immer die Bahn vorzuziehen. Das Bundesumweltministerium will diese Regeln durch eine Änderung des Bundesreisekosten-Gesetzes weiter verschärfen.

"Unser Vorschlag ist, dass die Umweltverträglichkeit im Reisekostengesetz genauso wichtig ist wie die Wirtschaftlichkeit", sagte ein Ministeriumssprecher der "Bild". Dadurch solle "Bahnfahren auf vielen Strecken zur Regel werden und Fliegen zur Ausnahme".

Quelle: n-tv.de, ibu/AFP

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