Politik

Riad verurteilt Tod Khashoggis Kronprinz will nichts gewusst haben

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Das Sicherheitsteam des saudischen Konsulats hat angeblich ohne Wissen von Kronprinz Mohammed gehandelt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem Mord an Jamal Khashoggi sind noch viele Fragen offen. Wo ist die Leiche? Wie wurde der Journalist getötet? Und welche Rolle spielt Kronprinz Mohammed bin Salman in der grausamen Geschichte? Der saudische Außenminister gibt nun Antworten.

Die Führung Saudi-Arabiens weiß nach den Worten ihres Außenministers Adel al-Dschubair derzeit nichts über den Verbleib der Leiche des in ihrem Istanbuler Konsulat getöteten Journalisten Jamal Khashoggi. Auch sei derzeit noch unklar, wie genau der 59-Jährige getötet wurde, sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Das Sicherheitsteam vor Ort habe offensichtlich kriminell gehandelt, einen "riesigen Fehler" gemacht und versucht, die Tötung Khashoggis anschließend auch noch zu vertuschen.

Al-Dschubair fügte hinzu, dass keiner von denen, die an Khashoggis Tod beteiligt sein sollen, enge Beziehungen zum saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman unterhielt. Die Tötung Khashoggis sei eine "Schurkenoperation" gewesen.

Der Minister versprach den Angehörigen von Khashoggi, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. Er versicherte, seine Regierung sei entschlossen, "jeden Stein umzudrehen", alle Fakten aufzuklären und die Verantwortlichen für diese "Verirrung" zu bestrafen.

Das Königreich hatte zuvor erklärt, Khashoggi sei Anfang Oktober bei einer Schlägerei im saudi-arabischen Konsulat umgekommen. Türkische Ermittler gehen laut Medienberichten dagegen davon aus, dass Khashoggi von einem aus Saudi-Arabien angereisten 15-köpfigen Einsatzkommando im Konsulat gefoltert und ermordet wurde.

Saudi-Arabien gerät international immer stärker unter Druck. Zahlreiche Staaten halten die offizielle Darstellung für unglaubwürdig. US-Präsident Donald Trump warf Riad "Lügen" vor. Berlin, Paris und London erklärten, es bestehe weiterhin dringender Klärungsbedarf. Die Türkei kündigte an, am Dienstag die "ganze Wahrheit" zu enthüllen.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa/AFP