Politik

Wahl vor Castros Abschied Kuba leitet historischen Führungswechsel ein

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Ein Frau betritt in Havanna ein Wahllokal, um ihre Stimme abzugeben. Auf dem Plakat wacht der verstorbene Fidel Castro über sein Land.

(Foto: dpa)

Das Ende der "Ära Castro" in Kuba naht: Im April tritt Raúl Castro als kubanischer Präsident ab. Seinen Nachfolger bestimmt das Parlament in der Hauptstadt Havanna. Dessen neue Mitglieder werden an diesem Sonntag bei einer Wahl ermittelt.

Mit der Wahl eines neuen Parlaments hat Kuba den historischen Wechsel an der Staatsspitze eingeleitet. Die 605 Abgeordneten der Nationalversammlung sollen im April die Mitglieder des Staatsrats wählen, aus dessen Mitte wiederum der neue Staatschef und Nachfolger von Raúl Castro bestimmt wird. Castro hatte 2006 die Amtsgeschäfte von seinem 2016 verstorbenen Bruder Fidel Castro übernommen. Seit 2008 ist er offiziell Staatschef der kommunistischen Insel.

Der 86-Jährige ehemalige Guerillero, langjährige Verteidigungsminister und Armeechef Raúl Castro gab seine Stimme in der Stadt Santiago de Cuba ab, die als Wiege der Revolution von 1959 gilt. Er hatte bereits vor einiger Zeit seinen Verzicht auf ein weiteres Mandat als Staatschef angekündigt. Generalsekretär der Kommunistischen Partei will er aber bleiben. Castros Amtszeit als Parteichef dauert noch bis zum nächsten Parteitag 2021. Er wäre dann 90 Jahre alt.

Als aussichtsreichster Kandidat für das Präsidentenamt gilt Castros 57-jähriger erster Stellvertreter Miguel Díaz-Canel, Mitglied des Politbüros der Kommunistischen Partei Kubas (PCC). Es wäre der erste Generationswechsel an der kubanischen Staatsspitze seit der Revolution. Der Revolutionsführer Fidel Castro, in Kuba als maximo líder bekannt, war von 1976 bis 2008 Staatschef.

Auf Twitter erklärte das kubanische Außenministerium anlässlich der Wahl: "Einige hören Sirenengesänge und verkünden das Ende der 'Ära Castro'. Der nächste Präsident wird vielleicht nicht diesen Namen haben, doch er wird zweifellos ein 'Sohn der Revolution' von Fidel und Raúl Castro sein."

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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