Politik

Kampfabstimmung in Berlin Kuban zum Chef der Jungen Union gewählt

118346771.jpg

Tilman Kuban konnte die Delegierten mit seiner Rede überzeugen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit einer deutlichen Abgrenzung von den Jugendorganisationen anderer Parteien und der Forderung nach einer harten Linie in der Innenpolitik setzt sich Tilman Kuban durch. Der 31-Jährige wird neuer Vorsitzender der Jungen Union.

Die Junge Union (JU) hat den niedersächsischen Juristen Tilman Kuban zum neuen Vorsitzenden gewählt. In einer Kampfabstimmung setzte sich der 31-Jährige mit 200 der 319 gültigen Stimmen oder 62,7 Prozent gegen den Landtagsabgeordneten und thüringischen JU-Vorsitzenden Stefan Gruhner durch. Die Neuwahl auf dem außerordentlichen Deutschlandtag wurde nötig, weil der bisherige Vorsitzende Paul Ziemiak im Dezember neuer CDU-Generalsekretär geworden war.

Mit heftigen Attacken auf die anderen Parteien und Distanzierungen von der Großen Koalition hatten die beiden Kandidaten für sich geworben. Der 34-jährige Thüringer JU-Chef Gruhner forderte vor den Delegierten in Berlin, die Nachwuchsorganisation von CDU und CSU müsse stärker "Stachel im Fleisch der GroKo" sein. Es müsse verhindert werden, dass die Regierung mehr Geld für soziale Wohltaten ausgeben wolle als für Digitalisierung, sagte Gruhner.

Ähnlich äußerte sich Gegenkandidat Kuban: Die Junge Union dürfe nicht zulassen, dass sich die Regierung mehr mit sozialen Wohltaten als mit Zukunftsthemen beschäftigte, sagte der Vorsitzende der Jungen Union in Niedersachsen. Der 31-Jährige forderte zudem eine harte Linie in der Innenpolitik: "Wer sich in unserem Land nicht an unsere Gesetze halten will, ist in unserem Land nicht willkommen." Auch Gruhner sagte unter dem Applaus der Delegierten, in diesem Land mache nicht der Prophet die Gesetze.

"Die Grünen sind unsere Gegner"

Beide Bewerber stellten sich hinter die deutsche Autoindustrie, wetterten gegen Diskussionen um Schultoiletten für ein drittes Geschlecht und bekannten sich zu einer besseren Ausrüstung der Bundeswehr. Es könne nicht sein, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mehr Kinder als funktionierende Flugzeuge habe, sagte Kuban in Anspielung auf die siebenfache Mutter.

Zudem teilten Gruhner und Kuban heftig gegen die Jusos sowie gegen die Grünen aus. "Die Grünen sind nicht unsere 'best buddies', sie sind unsere Gegner", sagte Gruhner. Bezogen auf Positionen der Jusos zur Abtreibung rief der Thüringer in den Saal: "Diese Chaoten dürfen niemals Verantwortung in unserem Land tragen." Beide Redner wurden mehrfach von heftigem Applaus unterbrochen.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

Mehr zum Thema