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Nach Pöbelei bei Pegida-Demo LKA-Mitarbeiter wird aus dem Urlaub geholt

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AfD- und Pegida-Anhänger hatten am vergangenen Donnerstag in Dresden gegen Kanzlerin Merkel demonstriert.

(Foto: dpa)

Als ein Mitarbeiter des sächsischen Landeskriminalamts auf einer Pegida-Demo in Dresden ein Kamerateam anpöbelt, befindet er sich gerade im Urlaub. Doch den soll er nun schnellstmöglich unterbrechen. Denn der Innenminister will "den Sachverhalt klären".

Der sächsische LKA-Mitarbeiter, der bei einer Pegida-Demonstration in Dresden ein ZDF-Team verbal attackierte, soll für eine Befragung seinen Urlaub unterbrechen. "Wir bitten ihn, den Urlaub zu unterbrechen, dass wir möglichst zeitnah mit ihm sprechen können", sagte Landesinnenminister Roland Wöller von der CDU nach einer Sitzung des Innenausschusses im Dresdner Landtag zu dem Fall. Es gehe darum, "den Sachverhalt zu klären". Erst dann könne "über weitere Maßnahmen entschieden werden".

Während des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Dresden am vergangenen Donnerstag hatten Anhänger der AfD und der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung demonstriert. Der LKA-Mitarbeiter, der privat an der Kundgebung teilnahm, griff das Team des ZDF-Magazins "Frontal21" verbal an. Die Journalisten wurden dann etwa eine Dreiviertelstunde lang von der Polizei festgehalten.

Nach Informationen der "Welt" arbeitet besagter LKA-Mitarbeiter im Dezernat für Wirtschaftskriminalität. Als Buchprüfer schreibt er demnach Gutachten und Prüfberichte und tritt für das LKA in Gerichtsprozessen auf. Innenminister Wöller sagte, er erwarte, dass sich jeder Mitarbeiter in seinem Ressort jederzeit "äußerst korrekt" verhalte.

Es werde nach dem Vorfall "in alle Richtungen ermittelt", so Wöller weiter. Die sächsische Polizei sei "weder Handlanger noch Erfüllungsgehilfe" von Parteien oder Gruppierungen, sondern müsse neutral für Recht und Ordnung sorgen. Dies gelte für die Pressefreiheit ebenso wie für das Versammlungsrecht.

Die weitere Prüfung solle nun "zügig und gewissenhaft" erfolgen. Er halte aber "nichts davon, vorschnell zu Urteilen zu kommen", sagte Wöller. "Das können meist auch Fehlurteile sein." Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte sich unmittelbar nach dem Vorfall hinter die Polizei gestellt.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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