Politik

Nicht nur Geimpfte und Genesene Lambrecht spricht über Lockerungen für alle

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Christine Lambrecht stellt das baldige Ende von Freiheitsbeschränkungen in Aussicht.

(Foto: imago images/Political-Moments)

Lange wird es nicht mehr dauern, ist Christine Lambrecht überzeugt. Die Bundesjustizministerin rechnet angesichts sinkender Fallzahlen mit einer Rückkehr zu einem relativ normalen Leben - mit der vollständigen Ausübung der Grundrechte. Sie mahnt dennoch zur Vorsicht.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht rechnet damit, dass schon in wenigen Wochen wesentliche Freiheitsbeschränkungen bundesweit wieder aufgehoben werden können. "Wir alle müssen Schritt für Schritt wieder die Möglichkeit bekommen, unsere Grundrechte wieder vollständig auszuüben", sagte sie dem "Handelsblatt".

"Ich möchte, dass es nun Veränderungen für uns alle gibt, nicht nur für Geimpfte und Genesene", so die SPD-Politikerin weiter. Die vollständige Ausübung der Grundrechte für alle sei "eine Frage von wenigen Wochen, teilweise auch nur von Tagen, aber ganz bestimmt nicht mehr von einem halben Jahr", zeigte sie sich überzeugt.

Kritisch sieht die Ministerin aber eine vorschnelle Öffnung der Innengastronomie und Hotelbesuche, selbst wenn ein geimpfter Betreiber nur geimpfte Gäste einlässt. "Wir haben die Kontrolle über die Fallzahlen gerade erst zurückgewonnen und müssen weiterhin sehr vorsichtig sein", warnte sie.

Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält deutliche Corona-Lockerungen im Sommer für möglich, forderte aber strenge Tests an Flughäfen für Reiserückkehrer sowie eine Quarantäne der Reisenden aus Mutationsgebieten. "Um eine vierte Welle im Herbst zu verhindern, müssen wir Vorkehrungen insbesondere für Reiserückkehrer treffen", sagte er der "Rheinischen Post".

Tägliche Fallzahlen sinken

Mindestens 20 Prozent der Bevölkerung würden "auf absehbare Zeit ohne Schutz sein, weil sie sich nicht impfen lassen können oder wollen". Falls im Sommer und Herbst die Restaurants ihre Innenräume wieder öffnen dürften, würden sich dort die ungeimpften Menschen "unweigerlich anstecken", sagte Lauterbach. "Daher braucht es noch für eine sehr lange Dauer digitale Unterstützung durch die Corona-Warn-App oder die Luca-App, um die Infektionsketten nachzuverfolgen."

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Morgen 17.419 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages, rund 4500 weniger als am Donnerstag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 103,6. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 sind viele Lockerungen möglich. Aktuell sind laut RKI 34,3 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft, 10,0 Prozent vollständig.

Wachsende Gefahr durch gefälschte Impfpässe?

Die flächendeckende Einführung eines digitalen Impf-Nachweises wird sich derweil nach Meinung der Linkenpolitikerin Anke Domscheit-Berg noch länger hinziehen als bis Ende Juni. "Die Hürde, einen digitalen Impfpass sicher hinzubekommen, ist einfach zu hoch, um das in zwei Monaten zu schaffen", sagte sie der "Augsburger Allgemeinen".

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Neben der Frage nach dem Datenschutz sieht die Netz-Expertin vor allem ein Bürokratie-Problem. Viele Millionen Menschen seien bis zur Einführung schon zweifach geimpft. "Wer soll das alles nachtragen?", fragt Domscheit-Berg. "Das kann ich von den Hausärzten und den Impfzentren nicht verlangen."

Härtere Strafen für Impfpassfälschungen lehnte Lambrecht ab. "Es geht um genaue Kontrollen, nicht um höhere Strafrahmen", sagte die Justizministerin dem "Handelsblatt". Es gebe bereits klare strafrechtliche Regeln: "Wer hier täuscht, riskiert empfindliche Geldstrafen oder sogar eine Freiheitsstrafe."

Unter anderem hatte Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann härtere Strafen gefordert und eine entsprechende Initiative für die Justizministerkonferenz im Sommer angekündigt. Auch Vertreter von Polizeigewerkschaften wiesen zuletzt auf die wachsende Gefahr durch gefälschte Impfpässe hin.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP

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