Lange Ölspur verursachtSchweden setzt mutmaßlichen Schattenflotten-Tanker fest

Immer wieder kommt es auf der Ostsee zu Zwischenfällen mit Schiffen der sogenannten Schattenflotte. Russland versucht mit ihnen Sanktionen zu umgehen. Vor der schwedischen Küste wird ein verdächtiger Tanker durchsucht.
Die schwedische Küstenwache hat in der Ostsee einen mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörenden Öltanker beschlagnahmt. Das Schiff "Flora 1" stehe im Verdacht, einen zwölf Kilometer langen Ölteppich vor der Insel Gotland verursacht zu haben, teilten die Behörden mit. Der Tanker sei vor der südschwedischen Küste festgesetzt worden.
Die Küstenwache leitete Ermittlungen wegen des Verdachts auf eine Umweltstraftat ein. Das ausgelaufene Öl werde voraussichtlich nicht die Küste erreichen. Den Angaben zufolge steht das Schiff auf der Sanktionsliste der Europäischen Union (EU), unter welcher Flagge es fährt, sei jedoch unklar.
Die "Flora 1" wurde den Angaben zufolge an einen Ankerplatz vor Ystad gebracht. Das Schiff sei von einem Hafen im Finnischen Meerbusen mit unklarem Ziel unterwegs gewesen. Die schwedische Staatsanwaltschaft leitete eine Voruntersuchung ein. Der Internetseite "Vesselfinder" zufolge, die Positionsdaten von Schiffen verfolgt, kam der Tanker vom russischen Hafen Ust-Luga.
Mit Schiffen der sogenannten Schattenflotte versucht Russland, die von den westlichen Alliierten im Verlauf des Ukraine-Krieges verhängten Sanktionen zu umgehen. Meist sind es ältere Tanker, bei denen ein höheres Risiko für Umweltverschmutzungen unter anderem durch undichte Öltanks besteht.