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RTL/ntv-Trendbarometer Laschet fällt weiter zurück, Scholz vorne

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Erstmals steht Olaf Scholz im Trendbarometer bei der Kanzlerfrage auf dem ersten Platz. Armin Laschet hat in dieser Frage in einem Monat zehn Prozentpunkte verloren.

(Foto: picture alliance/dpa)

In der Kanzlerfrage verliert CDU-Kandidat Laschet erneut und kommt nur noch auf 15 Prozent. Grünen-Chefin Baerbock erreicht 18 Prozent, für SPD-Kanzlerkandidat Scholz würden sich 21 Prozent der Wähler entscheiden. Eine Koalition ohne Union ist dennoch weiter unwahrscheinlich.

Gut sieben Wochen vor der Bundestagswahl kann sich die SPD gegenüber der Vorwoche um einen Prozentpunkt verbessern. Auch die sonstigen Parteien legen einen Punkt zu.

Die Grünen und die Linke verlieren beide einen Punkt. Die Werte der Union, der FDP und der AfD bleiben unverändert. Damit liegt die CDU/CSU weiterhin deutlich unter der 30-Prozent-Marke, bleibt aber stärkste Partei.

Wenn die Bundestagwahl jetzt schon stattfinden würde, könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 26 Prozent (Bundestagswahl 2017: 32,9), Grüne 20 Prozent (8,9), SPD 16 Prozent (20,5), FDP 13 Prozent (10,7), AfD 10 Prozent (12,6), Linke 6 Prozent (9,2). 9 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 25 Prozent weiterhin über dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8).

Ins neue Parlament würden 750 Abgeordnete einziehen, 41 mehr als bei der Bundestagswahl 2017. Die Fraktion der Grünen würde um 97, die der FDP um 27 Sitze wachsen. Alle übrigen Parteien hätten weniger Mandate im neuen Bundestag. Die Mandatsverteilung: CDU/CSU 217, Grüne 164, SPD 131, FDP 107, Linke 49 und AfD 82 Sitze.

"Deutschland-Koalition" derzeit stärkstes Regierungsbündnis

Mindestens 376 Abgeordnete brauchen die Parteien, um eine regierungsfähige Mehrheit bilden zu können. Derzeit wären drei Konstellationen denkbar: Schwarz-Grün (zusammen 381 Mandate), die schwarz-rot-gelbe "Deutschland-Koalition" aus CDU/CSU, SPD und FDP (455 Mandate) sowie ein Ampel-Bündnis aus Grünen, SPD und FDP (402 Mandate).

Für das Trendbarometer fragte Forsa, welche Koalition die Deutschen am ehesten begrüßen würden. Auf eine breite Mehrheit kommt keine Konstellation. 24 Prozent sind für die "Deutschland-Koalition", 22 Prozent für eine grün-rot-rote Koalition, die derzeit allerdings keine Mehrheit hätte, und 19 Prozent für Schwarz-Grün. Die wenigsten Befürworter hat die Ampel mit 10 Prozent.

Unter den Anhängern der Union wollen 49 Prozent am ehesten eine "Deutschland-Koalition", 41 Prozent hätten lieber Schwarz-Grün. 43 Prozent der SPD-Anhänger wollen am liebsten Grün-Rot-Rot, 24 Prozent die Ampel. 48 Prozent der Grünen-Anhänger bevorzugen Grün-Rot-Rot, 33 Prozent Schwarz-Grün. 53 Prozent der FDP-Anhänger wollen die "Deutschland-Koalition", 13 Prozent die Ampel.

Scholz in der Kanzlerpräferenz vorne

In der Kanzlerfrage gibt es gute Nachrichten für SPD-Kandidat Olaf Scholz. Er steht erstmals im Trendbarometer auf dem ersten Platz. Würden die Deutschen den Kanzler oder die Kanzlerin direkt wählen, käme er derzeit auf 21 Prozent, ein Plus von drei Prozentpunkten im Vergleich zur Vorwoche. Für Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock würden sich 18 Prozent entscheiden (minus 1), für Unionskanzlerkandidat Armin Laschet 15 Prozent (minus 2). Vor einem Monat stand Laschet noch bei 25 Prozent. Scholz hat im selben Zeitraum fünf Prozentpunkte gewonnen.

Auch bei den Anhängern seiner eigenen Partei hat Laschet weniger Rückhalt als die Konkurrenz. Nicht einmal die Hälfte der Unions-Anhänger (46 Prozent) würde den CDU-Chef zum Kanzler wählen. Dagegen würden sich 67 Prozent der SPD-Anhänger für Scholz und 68 Prozent der Grünen-Anhänger für Baerbock entscheiden. Von den Unions-Wählern von 2017 würden derzeit bei einer Kanzlerwahl nur 32 Prozent Laschet ihre Stimme geben.

Corona wieder wichtigstes Thema

Die Sorge um Corona ist nach wie vor groß. 56 Prozent der Deutschen halten die Pandemie für das wichtigste Thema. Die Unwetter, in der Vorwoche noch mit Abstand die beherrschende Angelegenheit, werden von 51 Prozent der Befragten für wichtig erachtet. Im Forsa-Themenradar dieser Woche rangiert die bevorstehende Bundestagswahl auf Platz 3 (27 Prozent) vor den Olympischen Spielen (15 Prozent).

Die Daten zu Partei- und Kanzlerpräferenzen sowie zu den wichtigsten Themen der Woche wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 27. Juli bis 2. August 2021 erhoben. Datenbasis: 2502 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte.

Quelle: ntv.de, hvo

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