Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Union nur noch bei 26 Prozent

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Hat massiv an Vertrauen verloren: Armin Laschet.

(Foto: picture alliance/dpa)

CDU und CSU fallen in der Umfragegunst zurück, die Grünen holen wieder auf. In der Kanzlerfrage stürzt CDU-Chef Laschet regelrecht ab. Nur 10 Prozent denken, der Unionskandidat habe "ein gutes Konzept für die Zukunft Deutschlands".

Die Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern haben Corona auf der Liste der beherrschenden Themen auf den zweiten Platz geschoben. Für 81 Prozent der Befragten waren die Unwetter das wichtigste. Damit steht die Pandemie erstmals seit ihrem Ausbruch mit 57 Prozent auf Platz zwei (Mehrfachnennungen waren möglich). Auf Platz drei folgt die Bundestagswahl mit 28 Prozent, auf Platz vier das Klima mit 11 Prozent.

Vor diesem Hintergrund verlieren die Unionsparteien im Trendbarometer von RTL und ntv gegenüber der Vorwoche abermals zwei Prozentpunkte und kommen nur noch auf 26 Prozent. Die Grünen gewinnen zwei Punkte und erreichen 21 Prozent. Die SPD verliert einen Punkt und steht damit bei 15 Prozent. Die FDP verbessert sich um einen Punkt und liegen nur noch zwei Punkte hinter den Sozialdemokraten.

Gesunken ist auch das Vertrauen in die politische Kompetenz der CDU/CSU: 24 Prozent der Deutschen trauen den Unionsparteien zu, mit den Problemen in Deutschland am besten fertigzuwerden. Das sind drei Prozentpunkte weniger als vor einer Woche. Die SPD halten unverändert 6 Prozent für kompetent, die Grünen 10 Prozent (plus 1). 50 Prozent trauen keiner Partei zu, mit den Problemen in Deutschland fertigwerden zu können.

Drei Koalitionen möglich

Wenn der Bundestag bereits jetzt neu gewählt würde, könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 26 Prozent (Bundestagswahl 2017: 32,9 Prozent), Grüne 21 Prozent (8,9), SPD 15 Prozent (20,5), FDP 13 Prozent (10,7), AfD 10 Prozent (12,6), Linke 7 Prozent (9,2). 8 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen wächst gegenüber der Vorwoche um drei Prozentpunkte und liegt mit 25 Prozent über dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8).

Der neue Bundestag hätte 739 Abgeordnete, 30 mehr als bei der Bundestagswahl 2017. Die Mandatsverteilung: CDU/CSU 211, Grüne 168, SPD 120, FDP 104, Linke 56 und AfD 80 Sitze. Eine regierungsfähige Mehrheit hätten im neuen Parlament drei Koalitionen: Schwarz-Grün (zusammen 379 Mandate), eine "Deutschland-Koalition" aus CDU/CSU, SPD und FDP (435 Mandate) sowie eine Ampel aus Grünen, SPD und FDP (392 Mandate).

Laschet hinter Baerbock und Scholz

Die Kanzlerpräferenzen der Deutschen haben sich in dieser Woche stark verändert. Wenn die Bürgerinnen und Bürger ihre Kanzlerin oder ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden sich in dieser Woche 17 Prozent für den CDU-Vorsitzenden Armin Laschet entscheiden - das sind sechs Prozentpunkte weniger als vor einer Woche. Damit rutscht er vom ersten auf den letzten Platz im Kandidaten-Rennen.

Für Grünen-Chefin Annalena Baerbock würden 19 Prozent stimmen, 18 Prozent wären für SPD-Finanzminister Olaf Scholz. Beide, Baerbock und Scholz, haben gegenüber der Vorwoche je zwei Prozentpunkte gewonnen. 45 Prozent würden keinen der drei wählen.

Laschet gilt als bürgernah, aber wenig tatkräftig

Dass Laschet im RTL/ntv-Trendbarometer bei der Kanzlerfrage zurückfällt, dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass er kein klares Profil aufweist. Darauf deuten die Ergebnisse einer Wahlstudie mit rund 20.000 Befragten.

In dieser Wahlstudie, die von Forsa bis zur Bundestagswahl zusammen mit der Universität Hohenheim und dem Ifo-Institut durchgeführt wird, finden nur 17 Prozent der Befragten Laschet sympathisch. Bei Baerbock und Scholz halten jeweils 33 Prozent diese Bezeichnung für zutreffend. 13 Prozent bewerten Laschet als "tatkräftig und entscheidungsfreudig". Über Baerbock sagen dies 27 Prozent, über Scholz 29 Prozent. 10 Prozent denken, Laschet habe "ein gutes Konzept für die Zukunft Deutschlands". Von Baerbock denken das 25, von Scholz 18 Prozent. 9 Prozent meinen, Laschet erkenne "die anstehenden Probleme rechtzeitig". Von Baerbock und Scholz denken das jeweils 23 Prozent.

In einem einzigen Punkt schneidet Laschet besser ab als seine Konkurrenten: 31 Prozent halten den CDU-Vorsitzenden für bürgernah. Über Baerbock denken das 22, über Scholz 23 Prozent. Über die Hälfte der rund 20.000 Befragten (53 Prozent) findet, dass keine der genannten Eigenschaften auf Laschet zutrifft.

Die Studie bestätigt das vorherrschende Urteil, Laschet fehle ein klares Profil. Nur 15 Prozent bewerten den Unionskandidaten positiv, 48 Prozent sehen ihn negativ. Scholz bewerten 34 Prozent der Befragten, Baerbock 29 Prozent positiv.

Die Daten zu Partei- und Kanzlerpräferenzen wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 20. bis 26. Juli 2021 erhoben. Datenbasis: 2501 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte. Die Daten zur Bewertung der Kanzlerkandidaten wurden in einer Wahlstudie von Forsa in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim (Prof. Frank Brettschneider) und dem Ifo-Institut erhoben. Datenbasis: ca. 20.000 Befragte.

Quelle: ntv.de, hvo

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