Politik

Kein Ende ohne Impfpflicht? Lauterbach: Höhepunkt der Omikron-Welle Mitte Februar

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Das Virus könne sich auch noch mal verändern und wieder tödlicher werden, warnt Lauterbach.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa Pool)

Die Omikron-Welle sorgt in Deutschland für Höchststände bei den Corona-Fallzahlen. Mit einem Rückgang rechnet Gesundheitsminister Lauterbach erst in rund einem Monat. Eine Impfpflicht hält er für unumgänglich, sonst "erleben wir denselben Mist zum dritten Mal".

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schätzt den Höhepunkt der Omikron-Welle auf den 15. Februar. Das sagte er bei der Konferenz der Gesundheitsminister der Länder, wie ntv aus Teilnehmerkreisen erfahren hat. Die höchste Krankenhaus-Belastung erwartet Lauterbach dann zwischen dem 1. und 15. März. Demnach geht der SPD-Politiker davon aus, dass die derzeitige Impfquote zu gering ist, um eine endemische Lage zu erreichen.

"Ganz persönlich - ohne Impfpflicht erleben wir im Herbst denselben Mist dann zum dritten Mal", sagte Lauterbach bei dem Treffen am Vortag. Bei der Impfung gehe es nicht nur um den Schutz vor Ansteckung. "Wir könnten entspannt zu endemisch kommen bei hoher Impfquote." Auf das Thema einer Priorisierung bei PCR-Tests angesprochen, verwies Lauterbach den Teilnehmerkreisen zufolge auf die Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Montag. Der Expertenrat soll sich dazu auch noch intern äußern.

Impfregister schwierig umzusetzen

Lauterbach plädiert zudem für eine allgemeine Impfpflicht ohne ein erst noch zu schaffendes Impfregister. "Wir können die Impfpflicht auch monitorisieren ohne Impfregister", sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. Er warne davor, auf ein Register zu setzen. "Der Aufbau eines Impfregisters dauert lange und ist auch datenschutzrechtlich nicht unumstritten." Auf Details einer Impfstatus-Kontrolle ohne Register wollte er aber nicht eingehen, um noch zu formulierenden Anträgen im Bundestag nicht vorzugreifen.

Zur Begründung einer allgemeinen Impfpflicht wies er auf die seiner Ansicht nach zu niedrige Impfquote hin. Das Virus könne sich auch noch einmal verändern, in dem es wie Omikron höchstansteckend bleibe, aber wieder tödlich wie Delta werde. "So etwas kann niemand ausschließen. Daher sind Werte von 80 Prozent deutlich zu niedrig."

Lauterbach verteidigte, dass die genaueren PCR-Tests bei der Freitestung für ein vorzeitiges Quarantäne-Ende jetzt vorrangig für Gesundheits- und Pflegepersonal vorgehalten werden sollen. "Wir werden nicht genug PCR-Tests haben, da ist die Kapazität begrenzt", sagte er. Für andere Gruppen wie in den Schulen sei ein Antigentest ausreichend. Für das Freitesten funktioniere dieser Test sehr gut. "Er funktioniert nicht ganz so gut am Anfang einer Infektion", so Lauterbach, "er funktioniert aber sehr gut, wenn man zurückwill".

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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