Politik

Versäumnisse bei den Kleinsten Lauterbach: Politik hat Kitas vergessen

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach:

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach: "Politisch Verantwortliche haben keine Schutzkonzepte für die Kitas entwickelt."

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit Blick auf die vierte Welle sieht der SPD-Gesundheitsexperte große Mängel beim Schutz von Kita-Kindern. Die Politik habe keine Konzepte vorgelegt, deshalb fehle es an essenziellen Bekämpfungsmitteln wie Luftreinigern. Lauterbach zufolge haben sich die Entscheider beim Pandemieende deutlich verkalkuliert.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wirft den politischen Entscheidern im Bund, in den Ländern und Kommunen gravierende Versäumnisse beim Schutz kleiner Kinder vor der vierten Corona-Welle vor. "Viele politisch Verantwortliche haben keine Schutzkonzepte für die Kitas entwickelt", sagte Lauterbach dem "Spiegel". "Die Kita-Kinder sind fast ungeschützt: Masken und Abstand lassen sich kaum durchsetzen. Es gibt oft keine Luftreiniger und keine Lollitests." Und bei sinkenden Temperaturen werde sich das Kita-Leben bald wieder in die Innenräume verlagern. Covid-19-Impfstoffe sind für unter 12-jährige Kinder noch nicht zugelassen.

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Lauterbach zufolge haben sich die Entscheider verkalkuliert. "Große Teile der Politik haben auf das Pandemieende im Oktober gewettet. Das war bar jeder Hinterlegung durch wissenschaftliche Fakten." Nun komme es allerdings anders als erhofft: "Wir werden das Problem im Herbst nicht gelöst haben", sagte Lauterbach voraus. In Kitas wie auch in den Schulen werde es in den kommenden Wochen deutlich steigende Infektionszahlen geben.

Der Herbst werde auch für die Gesamtbevölkerung noch einmal schwierig werden, führte Lauterbach nun aus. Jedoch könnte es bereits im Winter besser werden, sollte die Zahl der Ungeimpften abgenommen haben. Hoffnungsvoll zeigte sich Lauterbach beim Effekt der 2G-Regel. Er rechne damit, dass diese insbesondere nach der Bundestagswahl zunehmend eingeführt werde, wonach nur Geimpfte und Genesene zugelassen sind. "Das wird viele dazu bewegen, sich impfen zu lassen." Im Frühjahr könne die Pandemie dann weitgehend überstanden sein - "wenn es keine neuen Mutationen gibt."

Quelle: ntv.de, ysc/dpa

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