Politik

Kritik nach "unsäglicher Rede" Lauterbach geht auf Wagenknecht los

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Sahra Wagenknecht spricht in der Debatte zum Etat für Wirtschaft und Klimaschutz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Linken-Politikerin Wagenknecht hält zur Energiedebatte im Bundestag eine denkwürdige Rede. Danach gibt es harsche Kritik von Gesundheitsminister Lauterbach an ihren Russland-Aussagen. Und die Reaktionen innerhalb der Linken zeigen erneut, wie gespalten die Partei ist.

Eine Rede von Sahra Wagenknecht im Bundestag in Berlin hat heftige Kritik ausgelöst. In ihrem Beitrag zur aktuellen Energiepolitik forderte die frühere Fraktionsvorsitzende im Bundestag nicht nur den Rücktritt von Wirtschaftsminister Robert Habeck, sondern warf diesem mit Blick auf Russland auch einen "beispiellosen Wirtschaftskrieg gegen unseren wichtigsten Energielieferanten" vor.

Der Krieg in der Ukraine sei laut Wagenknecht "natürlich ein Verbrechen. Aber die Vorstellung, dass wir Putin dadurch bestrafen, dass wir Millionen Familien in Deutschland in die Armut stürzen und dass wir unsere Industrie zerstören, während Gazprom Rekordgewinne macht, ja wie bescheuert ist das denn?"

Gesundheitsminister Karl Lauterbach schrieb im Anschluss auf Twitter: "Die Rede war unsäglich. Tenor: der Westen ist schuld am Krieg und trägt die Verantwortung für die drohende Rezession. Applaus von der AfD. Wenn das Sicht der Linksfraktion ist, verdient sie den knapp verteidigten Platz im Parlament nicht mehr."

Die Linke war bei der Bundestagswahl mit 4,9 Prozent der Stimmen an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, durfte wegen des Gewinns dreier Direktmandate jedoch trotzdem in Fraktionsstärke ins Parlament einziehen.

Beifall und Distanzierung innerhalb der Linken

Während der Ausführungen Wagenknechts zu einem angeblichen "Wirtschaftskrieg" gegen Russland klatschte ein größerer Teil der anwesenden Mitglieder ihrer Fraktion. Andere hingegen distanzierten sich schnell.

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So schrieb die Linken-Sprecherin für Gesundheits- und Queerpolitik, Kathrin Vogler, ebenfalls auf Twitter: "Es gibt keinen 'Wirtschaftskrieg gegen Russland', sondern einen realen Angriffskrieg gegen die Ukraine, in dem Energie zur Waffe geworden ist. Putin hat ein Gasembargo gegen Deutschland verhängt, nicht umgekehrt. Als soziale Opposition muss man das klar haben."

Der stellvertretende Parteivorsitzende der Linkspartei, Lorenz Gösta Beutin, sprach von einer "Täter-Opfer-Umkehr", die Wagenknecht betreibe. Die 53-Jährige ist seit Langem umstritten. Während die einen Parteimitglieder ihren Ausschluss fordern, stärken ihr andere immer wieder den Rücken.

Quelle: ntv.de, rog

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