Politik

Scharfe Kritik an EU Lawrow: Chance auf Partnerschaft verspielt

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz geht Russlands Außenminister scharf mit der EU ins Gericht. Die Staatengemeinschaft habe sich in eine sinnlose Rivalität drängen lassen, sagt Lawrow. Mit einem Vorschlag will er deren Bindung an die Nato lockern.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat eine kritische Bilanz der Beziehungen zur Europäischen Union gezogen. Die Europäer hätten sich "in eine sinnlose Rivalität mit Russland hineinziehen lassen", sagte er auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Insbesondere kritisierte er in diesem Zusammenhang die Sanktionen gegen Russland.

Der EU attestierte Lawrow einen Bedeutungsverlust: "Praktisch gesehen verfügt die Europäische Union über keine Monopolstellung mehr bei der Gestaltung der gesamtregionalen Integration." Er forderte eine Sicherheitsgemeinschaft für den gesamten eurasischen Raum als Gegenmodell zu einer Zentrierung auf die Nato. Die Ausgestaltung eines gemeinsamen Raums von Portugal bis Wladiwostok werde allen nutzen.

Lawrow warf den Europäern vor, die Chance auf eine partnerschaftliche Beziehung mit Russland verspielt zu haben. Als Beispiele nannte er die "zügellose Erweiterung der Nato" in Osteuropa und die Unterstützung der EU für die ukrainische Regierung, die er als "Putschisten" charakterisierte. "Ein gemeinsames Haus Europa ist somit nie gebaut worden", resümierte Lawrow.

Der Minister legte zugleich ein Plädoyer für die Bewahrung der internationalen Zusammenarbeit im Rahmen der Vereinten Nationen ab. Die "universelle Zusammenarbeit" im Rahmen der UNO müsse gewahrt bleiben. Eine Abkehr von diesem Prinzip würde "einen großen Rückschlag bedeuten", sagte Lawrow. Die UNO dürfe nicht durch einen "Club der Auserwählten" ersetzt werden, der die internationale Politik unter sich ausmache.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/dpa