Politik
Maas (li.) bereitet mit Lawrow  (re.) auch einen Besuch der Bundeskanzlerin vor.
Maas (li.) bereitet mit Lawrow (re.) auch einen Besuch der Bundeskanzlerin vor.(Foto: imago/photothek)
Donnerstag, 10. Mai 2018

Diplomatie und Einsicht: Lawrow und Maas versuchen Dialog

Mit Heiko Maas kommt das erste Kabinettsmitglied der neuen Bundesregierung nach Moskau. Ihm sollen weitere folgen. Zunächst muss aber wieder eine gemeinsame Gesprächsebene gefunden werden.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat sich bei seinem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas für intensivere direkte Gespräche zwischen beiden Regierungen ausgesprochen. "Das ist auf jeden Fall besser als jegliche Mikrofondiplomatie", sagte er zum Auftakt des Treffens mit Maas in Moskau. Mit "Mikrofondiplomatie" sind Stellungnahmen zur Politik eines anderen Landes gemeint, die den Adressaten über Medien erreichen und nicht im direkten Gespräch.

Der SPD-Politiker Maas steht wegen öffentlicher Äußerungen zu Russland in der eigenen Partei in der Kritik. Unter anderem hatte er der Regierung in Moskau in einem "Spiegel"-Interview vorgeworfen, "zunehmend feindselig" zu agieren. Maas erklärte in seiner Antwort auf Lawrow, dass auch er das direkte Gespräch schätze. "Ich bin auch froh, dass wir uns persönlich treffen und es damit nicht nur Mikrofondiplomatie gibt", sagte er.

Schon vor seinem Abflug hatte Maas die Bedeutung des Dialogs mit Russland auch in schwierigen Zeiten betont. "Wir werden für die großen Krisen unserer Zeit, von Syrien bis zur Ost-Ukraine, keine Lösung ohne die Einbindung von Russland finden", sagte der SPD-Politiker. "Deswegen müssen wir gerade in komplizierten Zeiten das direkte Gespräch suchen - über internationale Fragen aber auch über das deutsch-russische Verhältnis in seinen verschiedenen Schattierungen." Wichtig sei ein "offener, ehrlicher Dialog" zwischen Berlin und Moskau. Dies sei eine Voraussetzung, um in Zukunft "vernünftig miteinander zusammenarbeiten zu können", bekräftigte Maas dann noch einmal nach seiner Ankunft in der russischen Hauptstadt. Es gebe zwischen Deutschland und Russland "einige Dinge zu besprechen, die sich in den letzten Monaten angehäuft haben."

Lawrow beklagte zum Auftakt der Gespräche, dass die Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Westen zuletzt schwieriger geworden sei. "Wir sind bereit, mit unseren deutschen, westlichen Partnern für alle Seiten akzeptable Ansätze zu suchen. Selbst in der aktuellen Situation, die uns absolut nicht recht ist und die wir nicht verschuldet haben", sagte Lawrow. Die Ukraine-Krise, der Syrien-Konflikt, der Fall Skripal und gegenseitige Sanktionen belasten unter anderem das Verhältnis.

Quelle: n-tv.de