Politik

Böllerverbot im "ntv Frühstart" Lindner: "Wir sind keine Kinder"

FDP-Chef Lindner setzt in puncto Weihnachten und Silvester auf kreative Lösungen und Eigenverantwortung. Im "ntv Frühstart" macht er deutlich: Ein Böllerverbot, wie es die Ministerpräsidenten anstreben, hält er für nicht notwendig.

Der Vorsitzende der FDP, Christian Lindner, hat sich gegen ein Böllerverbot an Silvester ausgesprochen. "Wir sind ja keine Kinder, wir sind erwachsene Menschen, wir sind Bürgerinnen und Bürger", sagte er im "ntv Frühstart". "Uns traut man sogar das Wahlrecht zu und Verträge abzuschließen", fügte er an.

Der Parteichef setzt zum Jahreswechsel auf Appelle statt Verbote. "Bitte gehen wir alle verantwortungsbewusst mit der Freiheit zu böllern um, bitte stehen wir nicht eng zusammen, bitte keine großen Besäufnisse", sagte er. Man könne ja vielleicht etwas weniger böllern in diesem Jahr. "Aber ein Verbot halte ich für nicht notwendig zur Eindämmung des Infektionsgeschehens."

Am Mittwoch wollen die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin entscheiden, wie es mit dem Teil-Lockdown im Dezember weitergeht. Inzwischen ist klar, dass es eine Verlängerung der Maßnahmen vom November gibt. Zu Weihnachten und Silvester sollen aber Sonderregeln gelten. Silvesterfeuerwerk soll auf belebten öffentlichen Plätzen und Straßen untersagt werden, um größere Gruppenbildungen zu vermeiden. Grundsätzlich wird "empfohlen", zum Jahreswechsel auf Silvesterfeuerwerk zu verzichten - ein Verkaufsverbot ist aber nicht vorgesehen.

Schutz für Risikopatienten

Mit Blick auf das Weihnachtsfest stellt Lindner klar: Auch für das Familien-Weihnachten müsse es Regeln geben. Die Kernfamilie müsse zusammenkommen können, aber alle müssten Rücksicht nehmen auf Menschen, die eben eine besondere Gefährdung hätten. "Es ist in unserer Verantwortung, für unsere Großeltern und unsere Eltern Schutz zu gewährleisten, indem wir uns vor Weihnachten auch individuell nicht Risiken aussetzen."

Lindner hält aber auch mehr Schnelltests für sinnvoll. Das gäbe schon eine gewisse Sicherheit im Umgang innerhalb der Familie. "Allen Menschen Zugang zum Schnelltest ermöglichen, ist wichtiger als ohnehin irreale Kontaktbeschränkungen in der Kernfamilie durchsetzen zu wollen."

Eine Verlängerung des Teil-Lockdowns hält Lindner nicht für überraschend. "Als der sogenannte November-Lockdown, dieser Wellenbrecher, beschlossen worden ist, gab es von unserer Seite schon großen Zweifel daran, dass man da überhaupt wieder rausfinden kann." Für ihn sei bis heute offen, unter welchen Bedingungen dann überhaupt wieder eine Öffnung möglich sei, solang es keinen Impfstoff gebe. Diese Strategie erwarte die FDP von der Regierung, auch von Kanzlerin Angela Merkel am Donnerstag - da will die Regierungschefin im Bundestag eine Regierungserklärung abgeben. "Nicht nur, was jetzt geschlossen wird, sondern die Regierung muss auch darlegen, wann unter welchen Umständen, mit welchen Bedingungen, Öffnung wieder möglich ist, Leben wieder möglich ist!"

Quelle: ntv.de, ntr

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