Politik

Spitzenduo zur Bundestagswahl Linke setzt auf Wissler und Bartsch

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Janine Wissler wird zusammen mit Dietmar Bartsch das Spitzenduo der Linken bilden.

(Foto: imago images/Fotostand)

Viereinhalb Monate vor der Bundestagswahl benennt die Linke ihr Spitzenduo: Mit Dietmar Bartsch und Janine Wissler wird die Partei in den Wahlkampf ziehen. Aktuellen Umfragen zufolge muss das Tandem beim Wahlvolk noch viel Überzeugungsarbeit leisten.

Janine Wissler und Dietmar Bartsch führen die Linke als Spitzenkandidaten in den anstehenden Bundestagswahlkampf. Der Parteivorstand bestimmte die Co-Parteichefin und den Co-Fraktionschef der Bundestagsfraktion zum Spitzenduo, wie die dpa aus Parteikreisen erfuhr. Im Laufe des Tages wollen sich beide in Berlin zu ihren Zielen äußern.

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Bartsch war auch bei der Bundestagswahl 2017 Spitzenkandidat, gemeinsam mit Wagenknecht.

(Foto: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa)

Bartsch steht seit 2015 als Co-Chef an der Spitze der Linksfraktion im Bundestag. Der 63-Jährige kommt aus Mecklenburg-Vorpommern und ist ein erfahrener Parteistratege, gilt als Pragmatiker und setzt sich schon lange dafür ein, dass die Linke auch Regierungsverantwortung übernimmt, wenn die Mehrheiten das hergeben. Schon bei der letzten Bundestagswahl 2017 war er Spitzenkandidat, gemeinsam mit seiner damaligen Co-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht.

Wissler ist seit Februar Co-Parteichefin und wird dem linken Flügel der Partei zugerechnet. Die 39-jährige Hessin zeigt sich zwar grundsätzlich auch offen für eine Regierungsbeteiligung ihrer Partei, lehnt dabei aber ein Abrücken von linken Positionen etwa beim Nein zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr und einem Stopp von Waffenexporten strikt ab.

Die Spitzenkandidatur ist kein formaler Posten. Parteien bestimmen damit die Top-Gesichter für ihren Wahlkampf, etwa für Kundgebungen, Plakate, Wahlwerbespots und Talkshows. Eine bestimmte Position nach der Wahl ist damit nicht automatisch verbunden. Allerdings hat ein Spitzenkandidat beste Chancen, bei einem Einzug seiner Partei in den Bundestag Fraktionschef oder bei einer Regierungsbeteiligung Minister zu werden.

"Zwei, die zusammenpassen"

Wisslers Co-Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow hatte zuvor im Inforadio des RBB gesagt, beide Politiker stünden unterschiedlich im Leben und hätten unterschiedliche politische Erfahrung, "im hessischen Landtag, im Bundestag, Ost, West". Damit repräsentierten Bartsch und Wissler auch die Gesellschaft mit unterschiedlichen Bedürfnissen. "Das sind schon zwei, die zusammenpassen und die Linke nach vorne bringen."

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Hennig-Wellsow sprach sich außerdem für eine Regierungsbeteiligung ihrer Partei auf Bundesebene aus: "Ich bin der Auffassung, dass es die Partei die Linke in einer nächsten Bundesregierung braucht, damit es eine progressive Bundesregierung ist. Damit wir tatsächlich die Veränderung im Land erzielen, die wir brauchen. Und der entscheidende Punkt ist, dass es dabei die Linke braucht, um ein soziales Fundament zu schaffen."

Die Linke steht in verschiedenen Umfragen momentan bei einstelligen Werten. Laut dem jüngsten RTL/ntv-Trendbarometer vom vergangenen Mittwoch kommt sie auf lediglich 6 Prozent und ist damit schwächste politische Kraft der sechs momentan im Bundestag vertretenen Parteien. Bei der letzten Bundestagswahl 2017 hatte die Linke mit 9,2 Prozent abgeschnitten. Ein zweistelliges Ergebnis ist ihr bisher erst einmal gelungen: 2009, mit 11,9 Prozent. Die diesjährige Bundestagswahl findet am 26. September statt.

Quelle: ntv.de, cri/dpa

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