Politik

n-tv Frühstart Linnemann warnt seine Partei vor SPD-Schicksal

Angesichts der schwelenden Debatte über die CDU-Parteivorsitzende Kramp-Karrenbauer und des Streits um den richtigen Kanzlerkandidaten für die Union, warnt Vize-Fraktionschef Linnemann vor dem Weg der Sozialdemokraten. Es gelte vielmehr, visionäre Ideen für das Land zu entwickeln.

Carsten Linnemann warnt davor, in der CDU nur noch über Personal zu reden. "Die SPD soll uns ein mahnendes Beispiel sein", sagte er im n-tv Frühstart. "Wir müssen zumindest aufpassen", warnte Linnemann, Erfolg habe man nur als Team. "Diese Konzentration auf eine Person, ob Frau Kramp-Karrenbauer, ob Friedrich Merz, Jens Spahn, ob Armin Laschet, oder wer da alles im Gespräch ist. Man tut denen nichts Gutes und die wollen das, glaube ich, auch nicht."

Von der aktuellen Personaldebatte müsse die CDU wegkommen, hin zu einer "Zukunftsdebatte", sagte der stellvertretende Unionsfraktionschef. Die CDU müsse "auch mal zuspitzen, auch mal einen raushauen und nicht Angst haben, dass es dann einen Shitstorm gibt. Das ist die Sorge, die viele haben, damit muss Schluss sein". In den letzten zehn Jahren habe es die CDU versäumt, Reformen für die Zukunftsfähigkeit des Landes zu diskutieren, sagte Linnemann.

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Wo soll die CDU umbauen, beim Personal oder beim Programm?

(Foto: picture alliance/dpa)

"Und zwar so zu diskutieren, dass klar wird, dass das Unionspolitik ist. Stattdessen haben wir uns auf die Bundeskanzlerin konzentriert, sie war ein gutes Argument, und das Argument geht uns jetzt abhanden. Und deshalb brauchen wir jetzt dringend wieder Unterscheidbarkeit und auch wirklich Vorschläge, die visionär sind, die zielstrebig sind, anstatt diese Debatte, die wir im Moment führen."

Zweifel an Merkels Kanzlerschaft

Kritik äußerte Linnemann an Bundeskanzlerin Merkel. "Die Kanzlerin hat natürlich Richtlinienkompetenz, deswegen erwarte ich von ihr, dass sie dann auch eingreift, wie jetzt beispielsweise in der Grundrentendebatte, dass man die jetzt nicht Wochen und Monate lang laufen lässt."

Ob 16 Jahre Kanzlerschaft zu viel seien, könne man im Rückblick vielleicht besser entscheiden. "Wir haben damals alle gesagt, sie soll es nochmal machen. Da nehme ich mich gar nicht raus, das war der gesamte Bundesvorstand. Sie hat ja auch eine Haltung und will ja auch die Zukunft gewinnen, aber sie hat auch eine Verantwortung, dass das innerhalb der GroKo reibungslos läuft."

Quelle: ntv.de, shu/fni