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Bombenbauer Masud angeklagt Lockerbie-Prozess wird wegen neuer Beweise verschoben

25.08.2026, 14:24 Uhr
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Abu Agila Mohammad Masud droht eine lebenslange Haftstrafe. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Im Dezember 1988 kommen bei der Explosion einer Bombe an Bord eines Flugzeuges über Schottland 270 Menschen ums Leben. Nach Jahrzehnten sollte bald der Prozess gegen einen mutmaßlich an dem Anschlag beteiligten Ex-Geheimdienstler beginnen. Inzwischen sind allerdings neue Beweise aufgetaucht.

Eine US-Bundesrichterin hat den Prozess gegen den libyschen Ex-Geheimagenten Abu Agila Mohammad Masud verschoben, der die Bombe für den Lockerbie-Anschlag im Jahr 1988 gebaut haben soll. Die Richterin Dabney Friedrich nannte am Montag (Ortszeit) "neu entdeckte Beweise" und "Beweise, die sich in anderen Ländern befinden" als Grund für die Verschiebung des Prozesses. Es wurde kein neuer Verhandlungstermin festgelegt, doch für den 1. September eine Gerichtsanhörung angesetzt, um den Stand des Verfahrens zu besprechen.

Am Mittwoch hätte die Auswahl der Geschworenen für den Prozess gegen Masud beginnen sollen. Masud hat in den Anklagepunkten, unter anderem wegen der "Zerstörung eines Flugzeuges mit Todesfolge", auf nicht schuldig plädiert. Im Falle einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Er befindet sich seit 2022 in US-Gewahrsam, nachdem er aus Libyen ausgeliefert worden war.

Der frühere libysche Geheimagent soll einer der wichtigsten Bombenbauer des einstigen Machthabers Muammar al-Gaddafi gewesen sein. Er soll auch an dem Anschlag auf die Berliner Diskothek "La Belle" im Jahr 1986 beteiligt gewesen sein, bei dem zwei US-Soldaten und eine türkische Frau getötet worden waren.

In den USA und Schottland wird seit Jahren gegen Masud wegen des Lockerbie-Anschlags ermittelt. Bei dem Anschlag auf den Pan-Am-Flug 103 wurden 270 Menschen getötet, unter ihnen 190 US-Bürger. Die Maschine war am 21. Dezember 1988 auf dem Weg von London nach New York, als sie 38 Minuten nach dem Start über der schottischen Kleinstadt Lockerbie explodierte.

Bislang wurde nur ein Mensch wegen des Lockerbie-Anschlags verurteilt: 2001 erhielt der frühere libysche Geheimdienstoffizier Abdelbaset Mohamed al-Megrahi eine lebenslange Haftstrafe, kam aber 2009 aus medizinischen Gründen aus einem schottischen Gefängnis frei und starb 2012 in der libyschen Hauptstadt Tripolis. Bis zu seinem Tod beteuerte er seine Unschuld. 

Quelle: ntv.de, lar/AFP

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