"Wirksame Maßnahmen" gefordertLondon erhöht Terrorwarnstufe nach Messerangriff auf Juden

Zu dem Messerangriff auf zwei jüdische Männer in London am Mittwoch hat sich eine proiranische Gruppe bekannt. Die britische Regierung stuft die Attacke als Terrorakt ein. Nun befürchtet das Land einen weiteren Anschlag innerhalb der nächsten Monate.
Großbritannien hat nach dem Messerangriff mit zwei Verletzten in London die Terrorwarnstufe erhöht. Ein terroristisch motivierter Anschlag in den kommenden sechs Monaten im Vereinigten Königreich gilt nun als "sehr wahrscheinlich". Die aktuelle Stufe ("severe") ist die vierte von fünf. In der vorherigen Stufe drei ("substantial") wurde ein Terroranschlag als "wahrscheinlich" angesehen. Wie die Nachrichtenagentur PA berichtete, wurde die Warnstufe erstmals seit November 2021 wieder auf "severe" (schwer) gesetzt.
Im Londoner Viertel Golders Green waren am Mittwoch zwei Männer jüdischen Glaubens im Alter von 76 und 34 Jahren niedergestochen worden. Ein 45-jähriger Mann wurde festgenommen, der Polizei zufolge ein in Somalia geborener Brite. Der Angriff wurde als Terrorakt eingestuft. Zu dem Angriff bekannte sich die bis vor wenigen Wochen weitgehend unbekannte proiranische Hayi-Gruppe, die Ermittlungen laufen.
Der Anstieg der Bedrohung folge auf den Messerangriff, sei jedoch nicht ausschließlich auf diesen zurückzuführen, teilte das Innenministerium mit. Die Terrorbedrohung im Vereinigten Königreich sei bereits seit einiger Zeit gestiegen, getrieben durch eine Zunahme der allgemeinen islamistischen sowie rechtsextremen terroristischen Bedrohung durch Einzelpersonen und kleine Gruppen. Die Warnstufe wird vom unabhängigen Joint Terrorism Analysis Centre festgelegt.
In den vergangenen Wochen und Monaten war es in Großbritannien immer wieder zu antisemitischen Angriffen gekommen. Der britische Oberrabbiner Ephraim Mirvis forderte "wirksame Maßnahmen", um die Ursachen des Antisemitismus zu bekämpfen. Der britische Premierminister Keir Starmer wurde am Donnerstag, als er Golders Green besuchte, von Passanten beschimpft. In den Augen der Kritiker tut die Regierung nicht genug, um Angriffe und Jüdinnen und Juden zu verhindern.