Politik
Der Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche knapp ein Jahr nach dem Terroranschlag.
Der Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche knapp ein Jahr nach dem Terroranschlag.(Foto: AP)
Dienstag, 19. Dezember 2017

Zu wenig Hilfe nach Anschlag: Maas entschuldigt sich bei Hinterbliebenen

Ein Jahr vergeht, bis die Kanzlerin persönlich kondoliert. Die Angehörigen der Terroropfer vom Breitscheidplatz fühlen sich teilweise im Stich gelassen. Die Bundesregierung habe Fehler gemacht, gibt der Justizminister zu.

Zum ersten Jahrestag des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz hat Bundesjustizminister Heiko Maas Mängel bei der Hilfe für Betroffene eingeräumt. "Wir waren nicht ausreichend auf die Folgen eines solchen Terroranschlag für die Betroffenen vorbereitet", schreibt Maas in einem Gastbeitrag für den Berliner "Tagesspiegel". "Dafür können wir uns bei den Opfern und Hinterbliebenen nur entschuldigen."

"Es bleibt eine nie endende Aufgabe von Politik in einem demokratischen Rechtsstaat, aus Fehlern zu lernen und unsere Verantwortung gegenüber Opfern von Terror wahrzunehmen", schreibt Maas weiter. Aus dem Abschlussbericht des Opferbeauftragten Kurt Beck lerne die Bundesregierung, dass sie "noch mehr tun" könne, "um den Menschen beizustehen".

Der Islamist Anis Amri war am 19. Dezember 2016 mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gerast. Er tötete elf Menschen mit dem gestohlenen Lkw und erschoss dessen Fahrer. Etwa 70 Menschen wurden verletzt.

Der von der Regierung eingesetzte Hinterbliebenenbeauftragte Beck forderte jüngst eine bessere Betreuung von Anschlagsopfern und Angehörigen. Das erste Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Betroffenen und Angehörigen am Montag kritisierte er als zu spät. An diesem Dienstag wird des ersten Jahrestags des Anschlags gedacht.

Quelle: n-tv.de