Politik

Keine Erkenntnisse zu Jülich-Texten Maaßen dementiert Bericht zu Abdeslam

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(Foto: picture alliance / dpa)

In der Wohnung des Terror-Helfers Salah Abdeslam sollen Artikel zum Kernforschungszentrum in Jülich gefunden worden sein. Ein Mitglied des Kontrollgremiums spricht von einer "Ente". Auch der Verfassungschutz weiß davon nicht.

Der Bundesverfassungsschutz hat Berichte über angeblich beim Islamisten Salah Abdeslam gefundene Unterlagen zum nordrhein-westfälischen Atomforschungszentrum Jülich dementiert. "Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat keine Erkenntnisse darüber, dass in der Wohnung des Paris-Attentäters Saleh Abdeslam Unterlagen über das Atomforschungszentrum Jülich gefunden wurden", teilte die Behörde mit. Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen habe dazu auch "keine Gespräche mit Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums geführt". Auch Ausschussmitglieder wiesen den Bericht zurück. Der SPD-Abgeordnete Burkhard Lischka sprach von einer "Ente". "Ich kenne niemanden, der informiert wurde", sagte er AFP. Hintergrund ist ein Bericht der Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

Abdeslams war in der als Islamistenhochburg geltenden Brüsseler Gemeinde Molenbeek kurz vor den Anschlägen vom 22. März gefasst worden. Er gilt als Schlüsselfigur bei den Ermittlungen zur Pariser Terrorserie mit 130 Todesopfern am 13. November. Sein Bruder Brahim sprengte sich damals als Selbstmordattentäter in die Luft.

Sollte radioaktives Material erpresst werden?

Nach den Bombenexplosionen in Brüssel mit 32 Todesopfern war berichtet worden, die Attentäter hätten auch einen belgischen Atomforscher ausspioniert und Filmaufnahmen seiner Wohnung gehabt. In der Folge wurde darüber spekuliert, dass von dem observierten Fachmann womöglich radioaktives Material für eine sogenannte schmutzige Bombe erpresst werden sollte.

Unmittelbar nach den Brüsseler Anschlägen waren zudem im belgischen Atomkraftwerk Tihange alle Mitarbeiter, die nicht unbedingt gebraucht wurden, nach Hause geschickt worden. Angeblich sollte so das Risiko minimiert werden, dass sich gefährliche Personen auf dem Gelände aufhalten. Bekannt wurde auch, dass ein Dschihadist als Mitarbeiter einer externen Dienstleistungsfirma jahrelang im Hochsicherheitsbereich des belgischen Kernkraftwerks Doel arbeitete, bevor er als IS-Kämpfer nach Syrien reiste und dort starb.

Die deutschen Atomkraftwerke sind nach Darstellung des Bundesumweltministeriums zwar umfassend gegen Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkungen Dritter geschützt, zu denen auch Terrorangriffe zählen. Aus Sicht der Umweltorganisation BUND hingegen sind die Meiler nicht ausreichend gegen Terrorangriffe abgesichert. So schütze die vorgesehene Vernebelung der Gebäude, die gezielte Attacken aus der Luft verhindern soll, die Reaktoren nur minimal.

Quelle: ntv.de, kpi/jwu/dpa

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