Politik

Le Pen höhnt über Bahamas-Konto Macron erstattet Anzeige wegen "Fake News"

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Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron ist sauer: In den sozialen Netzwerken werden - seiner Meinung nach - "Fake News" über ihn verbreitet.

(Foto: REUTERS)

Beim TV-Duell schenken sich die französischen Präsidentschaftskandidaten nichts: Le Pen deutet unter anderem an, Macron habe ein Offshore-Konto auf den Bahamas. Macron wertet das als böse Unterstellung - und zieht Konsequenzen.

Nach einer Andeutung der Rechtspopulistin Marine Le Pen über ein mögliches "Offshore-Konto auf den Bahamas" hat der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron Strafanzeige erstattet. Die Anzeige gegen Unbekannt lautet unter anderem auf "Fälschung" und "Verbreitung einer Falschnachricht", wie das Umfeld des parteilosen Ex-Wirtschaftsministers mitteilte. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete umgehend Vorermittlungen ein.

Le Pen hatte beim TV-Duell mit Macron am Mittwochabend angedeutet, ihr Rivale könnte ein heimliches Auslandskonto besitzen: "Ich hoffe, dass man nicht herausfinden wird, dass Sie ein Offshore-Konto auf den Bahamas haben." Macron warf ihr umgehend Verleumdung vor.

Nach Angaben aus Macrons Umfeld war diese "Fake News" zunächst von einem anonymen Nutzer im Onlineforum "4chan" gepostet worden und machte dann in den sozialen Netzwerken die Runde. Verbreitet wurden die Angaben demnach unter anderen von Anhängern von US-Präsident Donald Trump und von Nutzerkonten mit Verbindungen zu den russischen Medien Sputnik und Russia Today. Demnach zirkulieren Dokumente mit einer gefälschten Unterschrift Macrons.

Der sozialliberale Reformpolitiker warf Le Pen vor, "Lügen" und "Fake News" zu verbreiten, die von Internetseiten mit teilweise "russischen Interessen" stammten. Die französische Regierung hatte immer wieder vor einer russischen Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl in Frankreich gewarnt, unter anderem durch Hackerangriffe und die Verbreitung von Falschinformationen.

Le Pen gilt als ausgesprochen russlandfreundlich. Im März empfing der russische Präsident Wladimir Putin die Front-National-Kandidatin in Moskau.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP

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