Politik
Russlands Präsident Wladimir Putin und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron legen den Wahlkampf zu den Akten.
Russlands Präsident Wladimir Putin und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron legen den Wahlkampf zu den Akten.(Foto: AP)
Montag, 29. Mai 2017

"Das sind keine Journalisten": Macron greift russische Medien scharf an

Während des Präsidentschaftswahlkampfes in Frankreich verbreiten Sputnik und Russia Today nach Ansicht von Emmanuel Macron "falsche Propaganda": Er reagiert mit Sanktionen - trotz des Protests aus Moskau. Nun legt er im Beisein von Präsident Putin nach.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat den russischen Nachrichtenportalen Sputnik und Russia Today (RT) vorgeworfen, während des Präsidentschaftswahlkampfes "falsche Propaganda" über ihn und sein Wahlkampfteam verbreitet zu haben. Bei einer Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Versailles sagte Macron, er habe "stets vorbildliche Beziehungen zu ausländischen Journalisten" gehabt. "Aber als Politiker sage ich ausdrücklich, dass Medienvertreter keine Journalisten sind, wenn sie schamlose Lügen verbreiten."

Sputnik unterstellt Macron in diesem Artikel, ein US-Spion zu sein.
Sputnik unterstellt Macron in diesem Artikel, ein US-Spion zu sein.(Foto: Screenshot/Sputnik)

Macrons Bewegung "En Marche!" hatte Moskau vor der Wahl beschuldigt, über Medien wie RT und Sputnik in den Wahlkampf eingreifen zu wollen. Unterstützung kam vom damaligen Außenminister Jean-Marc Ayrault - er hatte Russland vor einer Einmischung gewarnt. Journalisten beider Medienhäuser war daraufhin der Zugang zur Wahlkampfzentrale von Macrons politischer Bewegung verwehrt worden. In Russland wurde dieses Vorgehen heftig kritisiert. Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums hatte gar von einer "zielgerichteten und eklatanten Diskriminierung russischer Medien" gesprochen.

Dem widersprach Macron. "Sputnik und Russia Today haben sich nicht wie Vertreter der Medien verhalten, sondern wie Werkzeuge der Einflussnahme und der Propaganda - der falschen Propaganda", erklärte der Präsident. Deshalb habe er beschlossen, Vertretern beider Medien den Zugang zur Wahlkampfzentrale zu verwehren. "Alle anderen Journalisten - die wirklich professionellen eingeschlossen - haben Zugang erhalten."

Macron geht auf Putin zu

Tatsächlich hatten sowohl Sputnik als auch Russia Today mehrere Artikel über Macron und seinen Wahlkampf veröffentlicht, die mehrheitlich auf Gerüchten basierten. So griff etwa Sputnik" im Februar Behauptungen auf, wonach der 39-jährige Ex-Wirtschaftsminister ein Spion im Auftrag der USA sei, der allein im Interesse des US-Finanzmarktes handele.

Nach Informationen der IT-Sicherheitsfirma Trend Micro Ziel wurde das Wahlkampfteam des sozialliberalen Politikers zudem Ziel der Hackergruppe "Pawn Storm", hinter eine Gruppe mit mutmaßlicher Nähe zu russischen Geheimdiensten vermutet wird. Putin erklärte, es sei nicht bewiesen, dass russische Hacker versucht hätten, die Wahl in Frankreich zu beeinflussen. Deshalb werde er dies auch nicht weiter kommentieren.

Nach eigener Aussage will Macron die Angelegenheit nun aber auf sich beruhen lassen. Er habe das Thema bereits kurz nach der Wahl mit Putin besprochen und die Geschichte sei Vergangenheit, sagte der Präsident.

Quelle: n-tv.de