Politik

"Schicksalhaft verbunden" Macron reist als erstes zu Merkel

Seine erste offizielle Auslandsreise wird Frankreichs neuen Präsidenten nach Berlin führen. Kanzlerin Merkel freut sich auf die Zusammenarbeit mit Macron. Vorher kommt noch der amtierende Präsident - die Kanzlerin möchte sich verabschieden.

Der künftige französische Präsident Emmanuel Macron will kurz nach seiner Amtsübernahme nach Berlin fliegen, um dort Bundeskanzlerin Angela Merkel zu treffen. Der Antrittsbesuch in Deutschland werde Macrons erste offizielle Auslandsreise sein, sagte seine Beraterin Sylvie Goulard dem Sender CNews. Noch unklar sei nur, ob Macron vorher vielleicht noch im Ausland stationierte französische Truppen besuchen werden. Einen genauen Termin für die geplante Berlin-Reise nannte Goulard nicht.

Merkel hatte bereits am Sonntagabend mit Macron telefoniert und ihm eine enge Kooperation zugesichert. Aus Macrons Umfeld hieß es, das Telefonat sei "sehr warmherzig" ausgefallen.

Nun erklärte die Kanzlerin, Frankreich und Deutschland müssten die EU in eine sichere Zukunft führen. Beide Länder seien "schicksalhaft verbunden", sagte Merkel. Macron habe einen mutigen pro-europäischen Wahlkampf geführt. "Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass wir gut zusammenarbeiten werden."

Bei der Frage nach deutscher Unterstützung für die neue französische Regierung hielt sich Merkel zunächst zurück. Auch sie wolle helfen, dass die Arbeitslosigkeit in Frankreich sinke, gerade auch für junge Menschen. Zuerst wolle sie aber abwarten, was der neue Präsident an Wünschen und Vorstellungen äußere, um dann zu sehen, wo es Gemeinsamkeiten gebe. "Was Frankreich braucht, das sind Ergebnisse", sagte Merkel. Von der künftigen Regierung in Paris würden Resultate erwartet, was die Wirtschaftskraft, die Arbeitslosigkeit und die Integration angehe.

Der Mitte-Links-Politiker wird am kommenden Sonntag die Amtsgeschäfte vom sozialistischen Präsidenten François Hollande übernehmen. Vorher wird der scheidende Präsident der Kanzlerin noch einen Abschiedsbesuch abstatten. Merkel wird ihn am Abend im Kanzleramt empfangen. Es sei ihr ein Bedürfnis gewesen, Hollande nach fünf Jahren guter Zusammenarbeit noch einmal nach Berlin einzuladen. Mit Hollande habe sie "auch manche Schlacht gemeinsam geschlagen". Gerade mit Blick auf die Ukraine-Krise und die Gespräche im Normandie-Format hätten sie sich immer aufeinander verlassen können.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/rts/AFP

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