Politik

Gedenken an Anschlag in Nizza Macron und Trump nehmen Militärparade ab

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Macron (r.) und Trump beobachten die Flugzeuge, die an der Militärparade teilnehmen.

(Foto: AP)

Am diesjährigen französischen Nationalfeiertag ist nicht nur der US-Präsident zu Gast, um in Paris mit Präsident Macron die zu diesem Anlass stattfindende Militärparade abzunehmen. In Nizza gedenkt man gleichzeitig des verheerenden Anschlags vor einem Jahr.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump haben in Paris die Militärparade zum französischen Nationalfeiertag abgenommen. Die Präsidenten wohnten der Parade auf den Champs Élysées von einer Tribune am Concorde-Platz aus bei. Trump ist in diesem Jahr Ehrengast, weil auch an den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg vor hundert Jahren erinnert wird.

An der Militärparade mit 3720 Soldaten zu Fuß, 211 Fahrzeugen, 63 Flugzeugen und 29 Hubschraubern nahmen auch US-Soldaten in Uniformen des Ersten Weltkriegs teil.

Zuvor war Macron, begleitet von Reitern der Republikanischen Garde, in einem offenen Militärjeep die Champs Élysées entlanggefahren und hatte den auf den Bürgersteigen versammelten Franzosen zugewunken. Frankreich erinnert jedes Jahr am 14. Juli an den Sturm auf das Pariser Bastille-Gefängnis zu Beginn der französischen Revolution im Jahr 1789.

Der 14. Juli ist dieses Jahr in Frankreich aber auch ein Tag der Trauer: Am Nachmittag wird der erste Jahrestag des Anschlags in der südfranzösischen Stadt Nizza begangen. Ein Mann war 2016 am Abend des Nationalfeiertags mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gerast. Er tötete 86 Menschen und verletzte mehr als 450 weitere. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte den Anschlag für sich.

Zum Gedenken ist etwa eine Gedenkzeremonie geplant, auch Präsident Macron reist dazu nach Nizza. Am Abend findet ein Konzert statt, 86 Lichtsäulen auf der Strandpromenade sollen an die Opfer erinnern.

Große Sicherheitsvorkehrungen

Die Zeremonie in Paris stand deshalb unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, nach Ankündigung der Polizei schützten rund 3500 Polizisten die Parade. Besucher mussten ihre Taschen vorzeigen und wurden teilweise abgetastet. Innenminister Gérard Collomb sagte dem Sender BFMTV, dass auch zwei Drohnen im Einsatz seien.

Trump war bereits am Donnerstag in Frankreich eingetroffen. Bei einem Treffen mit Macron im Élyséepalast hatten die beiden Präsidenten sich um Annäherung bemüht - und ihre Unstimmigkeiten etwa bei der Klimapolitik an den Rand gerückt. Er respektiere Trumps Entscheidung zum Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen, sagte Macron, der zuvor Trumps Schritt scharf kritisiert hatte.

Frankreich und die USA vereinbarten ein gemeinsames Vorgehen für einen Fahrplan zur Zukunft von Syrien nach dem Bürgerkrieg, im Anti-Terror-Kampf und gegen Dumping auf dem Weltmarkt. "Wir haben ein sehr gutes Verhältnis", versicherte Trump. Der US-Präsident, seine Frau Melania sowie Emmanuel und Brigitte Macron aßen am Abend gemeinsam in einem Restaurant im Eiffelturm zu Abend.

Quelle: ntv.de, mli/AFP/dpa