Politik

"Rein defensiver Einsatz"Macron will mit internationaler Mission Straße von Hormus sichern

09.03.2026, 16:50 Uhr
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Noch fliegen Drohnen und Raketen im Nahen Osten. Sobald die heiße Kriegsphase endet, sollte die Straße von Hormus vor weiteren Attacken geschützt werden. Das schlägt Frankreichs Präsident Macron vor. Daran sollen sich auch europäische Staaten beteiligen, findet er.

Frankreich arbeitet mit Partnern an einer Initiative, um wieder mehr Seeverkehr durch die für den Handel wichtige Straße von Hormus nahe der iranischen Küste zu ermöglichen. Es handle sich um einen rein defensiven Einsatz, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einem Besuch im zyprischen Paphos. Ziel sei es, Containerschiffe und Tanker zu begleiten, sobald die heißeste Phase des Iran-Kriegs vorbei sei.

Die Wiedereröffnung der Meerenge, die ein Nadelöhr für den Transport von Öl und Gas ist, sei "von entscheidender Bedeutung für die Weltwirtschaft", betonte Macron. Dem Franzosen zufolge müsse das Vorgehen sowohl mit europäischen als auch nicht-europäischen Partnern vorbereitet werden. Wer konkret bei der Initiative an Bord ist, gab Macron nicht bekannt.

Seit den amerikanisch-israelischen Attacken auf den Iran und Teherans Gegenangriffen passieren kaum noch Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Durch diese wird in Friedenszeiten täglich rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert. Sie ist auch sehr wichtig für den Transport von Flüssiggas, etwa aus Katar. Der Iran weist Berichte über eine vollständige Sperrung der Straße von Hormus zurück.

Frankreichs Präsident sicherte dem EU-Mitglied Zypern gleichzeitig seine Unterstützung zu. "Wenn Zypern angegriffen wird, wird Europa angegriffen", betonte er. Vor einer Woche war der britische Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern von einer unbemannten Drohne iranischer Bauart getroffen worden. Die Shahed-Drohne schlug auf der Landebahn des Stützpunkts ein, wobei jedoch niemand verletzt wurde.

Macron kündigte die Entsendung zweier weiterer Fregatten in das Rote Meer an, wo seit 2024 ein EU-Einsatz die Schifffahrt absichert. Damit habe Frankreich vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs insgesamt acht Fregatten, zwei Hubschrauberträger und den Flugzeugträger "Charles de Gaulle" im Einsatz. "Diese Mobilisierung unserer Marine ist beispiellos", sagte Macron, der am Nachmittag per Hubschrauber den Flugzeugträger besuchen wollte, der derzeit in der Nähe von Zypern fährt.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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